Inmitten einer politischen KrisePräsidentenwahlen in Peru begonnen - Kriminalität wichtigstes Thema für Wähler

Die politische Lage ist äußerst instabil und wird von einem ständigen Konflikt zwischen Kongress und Regierung geprägt. Doch die Wähler sind vor allem wegen der steigenden Kriminalität besorgt.
Inmitten einer tiefen politischen Krise hat in Peru die Präsidentenwahl begonnen. Bei der Abstimmung am Sonntag werden in dem südamerikanischen Land neben dem höchsten Staatsamt auch die 60 Sitze im Senat und die 130 Sitze in der Abgeordnetenkammer neu besetzt. Nach einer Wahlrechtsreform zur Einführung eines Zweikammernsystems wird erstmals seit Jahrzehnten wieder ein Senat gewählt.
Zu den Favoriten bei der Präsidentenwahl gehört Keiko Fujimori. Die Tochter des wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori tritt für die konservative Partei Fuerza Popular an und bewirbt sich bereits zum vierten Mal um das höchste Staatsamt. Gute Chancen werden auch dem ultrakonservativen Ex-Bürgermeister der Hauptstadt Lima, Rafael López Aliaga, und dem Komiker Carlos Álvarez eingeräumt.
Sicherheitslage das bestimmende Thema im Wahlkampf
Das wichtigste Thema im Wahlkampf war die zunehmende Kriminalität. So hat sich die Mordrate in dem südamerikanischen Land seit 2019 verdoppelt. Auch Schutzgelderpressung und Bandenkriminalität haben deutlich zugenommen.
35 Präsidentschaftskandidaten: Stichwahl wahrscheinlich
Insgesamt treten 35 Kandidaten bei der Präsidentenwahl an. Erreicht keiner der Bewerber die absolute Mehrheit, treffen die erfolgreichsten beiden Kandidaten aus der ersten Runde am 7. Juni in einer Stichwahl aufeinander. Die politische Lage in Peru ist äußert instabil und von einem ständigen Konflikt zwischen dem Parlament und der Regierung geprägt. Der derzeit amtierende Präsident José María Balcázar hat die Amtsgeschäfte erst Mitte Februar übernommen und ist bereits der achte Staatschef in knapp zehn Jahren. Der letzte peruanische Präsident, der seine fünfjährige Amtszeit beendet hat, war Ollanta Humala, der von 2011 bis 2016 regierte.