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"Licht am Ende des Tunnels"Prognose für deutsche Wirtschaft steigt 2025

12.06.2025, 09:53 Uhr
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Die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal leicht gewachsen, aber der Zollstreit trübt die Aussichten für den Export (Archivbild) (Foto: Christian Charisius/dpa)

Wachstum statt Stagnation: Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat nach dem überraschend guten Jahresauftakt seine Konjunkturprognose für Deutschland erhöht. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr um 0,3 Prozent zulegen, heißt es in der Sommerprognose. Es wäre das erste Plus nach zuvor zwei Minus-Jahren in Folge. Im Frühjahr waren lediglich 0,0 Prozent veranschlagt worden. "Die deutsche Wirtschaft sieht etwas Licht am Ende des Tunnels", so die Forscher. Auch auf das kommende Jahr schauen sie etwas optimistischer. Dann soll Europas größte Volkswirtschaft um 1,6 Prozent zulegen, nachdem bislang mit 1,5 Prozent gerechnet wurde.

"Zunächst dürfte die wirtschaftliche Dynamik jedoch noch verhalten bleiben, auch weil die US-Handelspolitik negativ zu Buche schlägt", betont das IfW. "Neben den dämpfenden Effekten der höheren US-Zölle werden auch die vorgezogenen Lieferungen in die Vereinigten Staaten, die zu dem guten Jahresauftakt beigetragen haben, die Produktion zwischenzeitlich belasten." Im kommenden Jahr, wenn sich die größeren finanzpolitischen Spielräume der neuen Bundesregierung zunehmend bemerkbar machten, werde sich das Expansionstempo merklich erhöhen.

Neben der US-Handelspolitik mache den deutschen Exporteuren aber nach wie vor die deutlich gesunkene Wettbewerbsfähigkeit zu schaffen. Die Inflation wird der Prognose zufolge abflauen. In diesem Jahr dürften die Verbraucherpreise um durchschnittlich 2,2 Prozent steigen, 2026 vor allem aufgrund niedrigerer Energiepreise nur noch um 1,6 Prozent. "Angesichts der steigenden Einkommen wird der private Konsum in diesem und im kommenden Jahr merklich zulegen, zumal sich die Kaufkraft der privaten Haushalte durch die niedrigeren Energiepreise erhöht", so die IfW-Ökonomen.

Auch dürften die Unternehmen allmählich mehr investieren. "Neben den wieder günstigeren Finanzierungsbedingungen trägt dazu im kommenden Jahr auch die expansive Finanzpolitik bei", hieß es. Die Bundesregierung will Milliarden in Infrastruktur und Rüstung stecken. Zudem will sie mit Superabschreibungen Investitionen anreizen.

"Mit der wirtschaftlichen Belebung wird der Arbeitsmarkt seine Schwächephase im kommenden Jahr überwinden und die Arbeitslosigkeit wieder zurückgehen", sagt das IfW voraus. Die Arbeitslosenquote soll von erwarteten 6,3 Prozent in diesem Jahr auf 6,1 Prozent fallen, die Zahl der Erwerbstätigen von 46,055 auf 46,195 Millionen steigen. Im laufenden Jahr wird den IfW-Schätzungen zufolge das Finanzierungsdefizit des Staates auf 2,1 Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt zurückgehen. Für 2026 wird ein Anstieg auf 3,5 Prozent erwartet.

Quelle: ntv.de, rts

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