Kreml-Chef meidet FragerundePutin streicht traditionelle Jahrespressekonferenz

Der russische Präsident Wladimir Putin verzichtet auf seine traditionelle Pressekonferenz zum Jahresende. "Bis zum Beginn des neuen Jahres wird es keine Pressekonferenz des Präsidenten geben", erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in einer telefonischen Unterrichtung.
Der seit 2000 amtierende Putin hatte sein großes Treffen mit der Presse seit 2001 Jahr für Jahr abgehalten - die einzige Unterbrechung war die Zeit zwischen 2008 und 2012, als er Ministerpräsident war und nicht Staatsoberhaupt.
Peskow wies darauf hin, dass Putin auch bei anderen Gelegenheiten mit der Presse spreche, insbesondere bei seinen Auslandsreisen. Für den Verzicht auf die traditionelle Jahresabschluss-Pressekonferenz nannte Peskow keine Gründe.
Die jährliche Pressekonferenz, an der Hunderte von russischen und ausländischen Journalisten teilnahmen, dauerte in der Regel stundenlang - im vergangenen Jahr über vier Stunden. In ihrem Verlauf beantwortete der russische Staatschef live Fragen zu unterschiedlichsten Themen - von der Außenpolitik bis zu Alltagsproblemen der Russen. Die Aussagen des Präsidenten vor den Journalisten glichen oftmals Befehlen an die Regierung oder regionale Behörden.
Der Verzicht des Kreml-Chefs auf die große Pressekonferenz wurde bekannt gegeben vor dem Hintergrund militärischer Rückschläge Russlands bei der im Februar gestarteten Offensive in der Ukraine und der im September von Putin ausgerufenen Teilmobilmachung - sowie scharfer westlicher Sanktionen gegen das Land, zu denen zuletzt ein Erdöl-Embargo seitens der EU kam.