"Kann zu Einbrüchen führen"Reiche besorgt wegen Angriffen auf Energieanlagen im Nahen Osten

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ist besorgt wegen der jüngsten Angriffe auf Ölverarbeitungsanlagen und Gasfelder im Nahen Osten.
"Das kann tatsächlich zu Einbrüchen führen", sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin bei einer Veranstaltung des Wirtschaftsrats der CDU. Reparaturen könnten Monate dauern. US-Präsident Donald Trump hat nach einem israelischen Angriff auf das iranische Gasfeld South Pars mit der vollständigen Zerstörung der Anlage gedroht, sollte die Führung in Teheran mit weiteren Attacken auf Katar reagieren. Es werde keine weiteren israelischen Angriffe auf das Gasfeld geben, sofern der Iran nicht weiter Katar attackiere. In diesem Fall würden die USA – mit oder ohne israelische Hilfe – das gesamte Gasfeld South Pars "mit einer Stärke und Kraft, die der Iran noch nie gesehen oder erlebt hat, massiv in die Luft sprengen".
Seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar sind die Benzinpreise deutlich gestiegen. Reiche sagte, das verschärfe die Lage, weil deutsche Unternehmen ohnehin schon wegen hoher Energiepreise "aus dem Land getrieben" würden. Das könne sie als Wirtschaftsministerin nicht kaltlassen. Die jetzige Lage sei aber nicht mit der Energiekrise 2022 vergleichbar, als Russland die Ukraine angriff. Damals habe es in Europa Engpässe bei Energielieferungen gegeben, dies sei nun nicht der Fall. Betroffen seien vielmehr asiatische Staaten wie Japan, Südkorea und Indien, die sehr stark von Öl und Gas aus der Golfregion abhängig seien.
Reiche bringt am Donnerstag ein Gesetzespaket in den Bundestag ein, das vor allem Preiserhöhungen an Tankstellen befristet auf ein Mal pro Tag beschränkt. Es sollten die vielen Preisveränderungen unterbunden und mehr Verlässlichkeit geschaffen werden. Denn die Preisaufschläge in Deutschland seit dem Iran-Krieg lägen über dem europäischen Schnitt.