Teurer trotz EntlastungRestaurantpreise steigen im Januar trotz gesenkter Mehrwertsteuer deutlich

Trotz der gesunkenen Mehrtwertsteuer sind Restaurantbesucher im Januar stärker zur Kasse gebeten worden.
In Bayern zogen die Preise in Restaurants, Cafés, für Straßenverkäufe und Ähnliches um 3,9 Prozent im Vergleich zum Januar 2025 an, wie aus einer am Freitag veröffentlichten ersten Schätzung des Statistischen Landesamtes hervorgeht. Gaststättendienstleistungen verteuerten sich auch anderswo - in Berlin etwa um 2,1 Prozent und in Brandenburg um 3,8 Prozent, "trotz Absenkung der Mehrwertsteuer", so das Statistikamt Berlin-Brandenburg. Auch im Vergleich zum Vormonat Dezember legten die Preise zu: In Nordrhein-Westfalen betrug der Aufschlag 0,7 Prozent.
Seit dem 1. Januar gilt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Speisen in der Gastronomie. Zuvor lag er bei 19 Prozent.
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hatte die von der Bundesregierung getroffene Entscheidung als wichtige Maßnahme zur Stärkung von Restaurants, Wirtshäusern, Cafés und Caterern begrüßt. "Damit werden Existenzen und Arbeitsplätze gesichert", sagte Dehoga-Präsident Guido Zöllick. "Lebendige Innenstädte und attraktive ländliche Regionen gibt es nur mit einer vielfältigen Gastronomie."
Bei Ökonomen stieß die Steuersenkung dagegen überwiegend auf Kritik. "Die dauerhafte Senkung der Gastro-Mehrwertsteuer ist eine Niederlage der steuerpolitischen Vernunft", sagte etwa der Finanzwissenschaftler Friedrich Heinemann vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Alle Argumente für diese Steuersubvention seien seit langem entkräftet. Sie begünstige eher reiche Haushalte, privilegiere eine Branche ungerechtfertigt und trage zur weiteren Zersplitterung der Mehrwertsteuer bei. Noch dazu koste dies mit rund vier Milliarden Euro im Jahr sehr viel Geld. Kritik kam auch von der Verbraucherorganisation Foodwatch. Sie sprach von Steuergeschenken für große Fast-Food-Konzerne.