Absturz von BB+ auf BBB-S&P senkt Russlands Kreditwürdigkeit massiv herunter - Auch Moody's droht mit Rating auf Schrottniveau
Die Ratingagentur S&P stuft die Kreditwürdigkeit Russlands auf Schrottniveau herunter. Die Experten begründeten das am vergangenem Freitag mit den internationalen Sanktionen, die weitreichende Auswirkungen auf die Fähigkeit des Bankensystems haben könnten, den internationalen Handel zu finanzieren.
Die Ratingnote für langfristige Fremdwährungsanleihen wurde auf "BB+" von "BBB-" gesenkt und liegt damit im spekulativen Bereich. Weitere Herabstufungen seien möglich, schrieben die Analysten weiter, wenn mehr Klarheit über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Sanktionen bestehe.
Auch Moody's droht Russland mit einer Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit auf Schrottniveau. Es gebe "ernsthafte Sorgen", ob es Russland gelinge, die Auswirkungen von Sanktionen auf seine Wirtschaft, seinen Haushalt und sein Finanzsystem abzufedern, erklärte Moody's. Derzeit kommt Russland noch auf eine Ratingnote von "Baa3", die Anleihen liegen damit eine Stufe über dem spekulativen Bereich.
Es kann Monate dauern, bis eine Herabstufung auf eine derartige Drohung folgt, in diesem Fall dürfte eine Reaktion aber schneller erfolgen. Moody's will in seiner Entscheidung das Ausmaß des Konflikts mit einbeziehen. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine haben zahlreiche westliche Staaten Sanktionen gegen einige der größten russischen Banken, Teile der Wirtschaft und Regierungsmitglieder verhängt, darunter auch gegen Präsident Wladimir Putin.