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Seltene Reise nach PekingOppositionschefin aus Taiwan reist erstmals seit zehn Jahren nach China

07.04.2026, 09:35 Uhr
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(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Erstmals seit zehn Jahren ist die Chefin der wichtigsten Oppositionspartei Taiwans nach China gereist.

Wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, landete Cheng Li-wun, Vorsitzende der Partei Kuomintang (KMT), am Dienstagnachmittag (Ortszeit) in Schanghai. Aufnahmen taiwanischer Medien zeigten, wie Cheng beim Aussteigen aus dem Flugzeug mit einem Blumenstrauß begrüßt wurde, bevor sie in einer Fahrzeugkolonne wegfuhr.

Vor ihrem Besuch in China hatte Cheng erklärt, dass Taiwan "alles in seiner Macht stehende" tun müsste, um den Beginn eines Kriegs mit China zu vermeiden. Der Besuch erfolgte nach Angaben der KMT auf Einladung Xis. Cheng wird sich sechs Tage lang in China aufhalten und Schanghai, Nanjing und Peking besuchen.

"Frieden zu bewahren bedeutet, Taiwan zu bewahren", sagte Cheng vor Journalisten im Hauptquartier der KMT in Taipeh. "Guter Wille muss Schritt für Schritt von beiden Seiten aufgebaut und das gegenseitige Vertrauen muss gestärkt werden", betonte sie.

Das für die China-Politik zuständige Gremium Taiwans warnte im Vorfeld des Besuchs, Peking werde versuchen, "Taiwans Rüstungskäufe aus den USA und die Zusammenarbeit mit anderen Ländern zu unterbinden". Die KMT wies dies zurück. Die Reise diene "ausschließlich dem Frieden und der Stabilität über die Taiwanstraße hinweg", sagte Cheng in der vergangenen Woche.

Cheng hatte im November den Parteivorsitz übernommen und darauf bestanden, Chinas Staatschef Xi Jinping zu treffen, bevor sie die USA besucht. Das trug ihr den Vorwurf ein, zu pro-chinesisch zu sein. Der Besuch ist der erste eines KMT-Vorsitzenden in China seit 2016.

Den Präsidenten Taiwans Lai Ching-te, der vor Chinas Expansionsbestrebungen im asiatisch-pazifischen Raum warnt, betrachtet Peking hingegen als "Kriegstreiber".

Das von der Opposition dominierte taiwanische Parlament streitet seit Monaten über den Plan der Regierung, rund 39 Milliarden US-Dollar (etwa 34 Milliarden Euro) für Verteidigungsausgaben bereitzustellen.

Quelle: ntv.de, AFP

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