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Gefälschte ProfileSicherheitskreise: Nato- und EU-Mitarbeiter von Peking über Linkedin ausspioniert

27.03.2026, 17:58 Uhr
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LinkedIn App Seite im Play Store mit blauem Symbol und Schwerpunkt auf Unternehmensnetzwerken (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Chinesische Geheimdienste haben nach Angaben aus Sicherheitskreisen über gefälschte Profile im Online-Karrierenetzwerk Linkedin versucht, sensible Informationen über die EU und die Nato herauszufinden.

Chinesische Geheimdienste haben nach Angaben aus Sicherheitskreisen über gefälschte Profile im Online-Karrierenetzwerk Linkedin versucht, sensible Informationen über die EU und die Nato herauszufinden. Bei der vom chinesischen Ministerium für Staatssicherheit organisierten Aktion seien gezielt Mitarbeiter von Nato und EU-Institutionen angesprochen worden, verlautete am Freitag aus europäischen Sicherheitskreisen. So seien "zahlreiche wichtige Informationen und Erkenntnisse nach China gelangt", erklärte die belgische Justizministerin Annelies Verlinden.

Den Angaben zufolge wurden Menschen aus Frankreich, Belgien, Großbritannien, den Niederlanden und Italien von den chinesischen Spionen angeworben. Zunächst seien sie gebeten worden, gegen Bezahlung Berichte oder Analysen etwa für ein erfundenes Beratungsunternehmen in Hongkong zu verfassen. Später wurden sie dann nach "nicht öffentlichen" oder gar geheimen Informationen gefragt. Als Bezahlung bekamen die Nato- und EU-Mitarbeiter mehrere hundert oder gar mehrere tausend Euro. Zuerst hatten belgische Medien sowie die französische Plattform Intelligence Online über den Fall berichtet.

Die chinesischen Geheimdienste interessierten sich in erster Linie für Sanktionen und andere EU-Maßnahmen, die sich gegen China richteten, sowie die Strategie der Nato in Asien, insbesondere mit Blick auf Taiwan. Europäische Geheimdienste hatten in der Vergangenheit wiederholt vor solchen Spionageaktionen durch China gewarnt. Aus der EU-Kommission hieß es am Freitag, die Behörde prüfe derzeit, wie sie ihre Sicherheits- und Informationsfähigkeiten stärken könne. Als Teil dieses Ansatzes werde auch die "Einrichtung einer eigenen Einheit innerhalb des Generalsekretariats in Betracht gezogen", teilte ein hochrangiger Kommissionsvertreter der Nachrichtenagentur AFP mit. Das Konzept befinde sich derzeit in der Entwicklung, einen Zeitplan gebe es aber nicht.

Der für die Verwaltung zuständige EU-Kommissar Piotr Serafin erklärte, die Kommission prüfe, wie sie ihre internen Strukturen am besten verstärken könne. "Zu den in Betracht gezogenen Optionen gehört die Einrichtung einer eigenen Nachrichteneinheit", erläuterte er. Ähnlich hatte sich Serafin bereits in einer Antwort auf eine Anfrage des fraktionslosen deutschen Europa-Abgeordneten Fabio De Masi (BSW) geäußert, die AFP am Freitag einsehen konnte. Zunächst hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet.

Quelle: ntv.de, afp

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