Kurznachrichten

Neue Ifo-Studie Soziale Marktwirtschaft in Deutschland gerät zunehmend unter Druck

28.04.2026, 12:30 Uhr
478192279
(Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen)

Die soziale Marktwirtschaft gilt als Säule des deutschen Wohlstands - doch zuletzt ist dieses Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell einer Studie zufolge zunehmend unter Druck geraten.

Bei mehreren Wohlstandsindikatoren sei "ein Rückgang oder zumindest eine Stagnation zu beobachten", heißt es in einer am Dienstag vom Münchener Ifo-Institut veröffentlichten Studie. Es bestehe die Gefahr, dass "der Wohlstand in Deutschland verfällt" oder die Bevölkerung von der weltweiten Wohlstandsentwicklung abgekoppelt werde.

Die soziale Marktwirtschaft steht sinnbildlich für den wirtschaftlichen Wiederaufstieg der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg und zielt auf größtmöglichen Wohlstand bei gleichzeitig bestmöglicher sozialer Absicherung ab. In der deutschen Bevölkerung stößt dieses Modell auf "breite Zustimmung", wie die Autorinnen und -Autoren in ihrer im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) erstellten Studie schreiben. Und im Vergleich der G7-Staaten sei in Deutschland ein "hohes Wohlstandsniveau" erreicht worden.

Allerdings deuteten Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf, das BIP-Wachstum sowie Lebenszufriedenheit und Lebenserwartung auf "einen Rückgang seit spätestens dem Jahr 2020 hin", erläuterte Ifo-Forscherin Sarah Necker. Zwar funktioniere der inländische Wettbewerb grundsätzlich, heißt es in der Studie. Doch die Digitalisierung übertrage negative Effekte globaler Marktkonzentration nach Deutschland, erklärte das Ifo-Institut. Vor allem der Einfluss von US-Unternehmen stelle die Wettbewerbspolitik in Deutschland vor Herausforderungen. Außerdem habe Deutschland bei digitalen Technologien Nachholbedarf.

Quelle: ntv.de, AFP

Regionales