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Mehr ZuhörenSteinmeier warnt vor einseitigen Online-Debatten

13.06.2026, 15:24 Uhr
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Frank-Walter Steinmeier wirbt beim Bundesfinale des Wettbewerbs "25 Jahre Jugend debattiert" in Berlin für mehr gegenseitiges Zuhören. (Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa)

Mehr zuhören: Der Bundespräsident betont die Bedeutung offener Diskussionen und warnt vor einseitigen Online-Debatten.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wirbt für mehr Nachdenklichkeit in der öffentlichen Debatte und gegenseitiges Zuhören. "Schärfe ist noch keine Klarheit. Lautstärke ist noch kein Gedanke. Und viele Likes sind noch kein Beweis dafür, dass man richtig liegt", sagte der 70-Jährige beim Bundesfinale des Wettbewerbs "25 Jahre Jugend debattiert" in Berlin.

Diese Offenheit der Diskussion stehe unter Druck, vor allem durch die veränderte Diskussionsweise im Internet. "Soziale Medien sind so gebaut, dass Empörung mehr Aufmerksamkeit erzeugt als Nachdenklichkeit, dass Zuspitzung über das sorgfältige Argument siegt, dass man sich seine Gesprächspartner - und damit seine Wirklichkeit - selbst zusammenstellt."

Steinmeier erinnerte an den Philosophen Hans-Georg Gadamer (1900-2002), der gesagt habe: "Wer nur recht behalten will, hört meist gar nicht mehr richtig hin. Wer dagegen für möglich hält, dass der andere recht haben könnte, ist offen für Erkenntnis." Der Präsident rief dazu auf, dem Gedanken zu folgen: "Demokratische Kultur beginnt nicht erst im Parlament. Sie beginnt überall dort, wo Menschen aufhören, nur zu senden - und anfangen, wirklich zuzuhören."

Quelle: ntv.de, dpa

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