Auch US-Hilfsflugzeuge gelandetTHW-Bergungsteam in Caracas eingetroffen

Einen Tag nach dem verheerenden Doppel-Erdbeben in Venezuela sind Helfer aus Deutschland in dem südamerikanischen Land eingetroffen.
Das 48-köpfige Team einer auf Erdbeben-Einsätze spezialisierten Bergungseinheit des Technischen Hilfswerks (THW) sei "heute Nacht" (Ortszeit) am Flughafen Caracas eingetroffen, teilte THW- Präsidentin Sabine Lackner am Samstag mit. Die Einsatzkräfte würden nun gemeinsam mit internationalen Partnern beginnen, die Lage zu erkunden. Zu den ersten Prioritäten gehörten demnach die Abstimmung der Einsatzstellen und Einsatzoptionen sowie die Prüfung logistischer Rahmenbedingungen - "damit wir so schnell wie möglich mit der Suche nach Vermissten beginnen können".
Das verheerende Doppel-Beben hatte sich am Mittwoch im Abstand von nur 39 Sekunden westlich der Hauptstadt Caracas ereignet. Die beiden Erdstöße hatten eine Stärke von 7,2 und 7,5, es gab zudem dutzende Nachbeben. Zahlreiche Gebäude stürzten ein oder wurden schwer beschädigt. Die venezolanischen Behörden gaben die Zahl der Toten zuletzt mit mindestens 920 an. 50.000 Menschen gelten als vermisst. Im Einsatzland starte nun "ein Wettlauf gegen die Zeit", erklärte die THW-Präsidentin. Das Team werde in zwei Schichten arbeiten. So sei es möglich, rund um die Uhr nach Vermissten zu suchen. Mit dabei sind laut THW auch vier Suchhunde-Teams. Ziel ist es demnach, Überlebende in den Trümmern aufzuspüren. Der internationale Flughafen Simón Bolívar in Venezuela wurde am Samstag teilweise wieder eröffnet. Eine der Start- und Landebahnen sei wieder in Betrieb, sagte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter Journalisten. Demnach landeten auf dem Flughafen US-Militärtransportflugzeuge mit Hilfsgütern. Später sollten zudem mobile Krankenhäuser eintreffen.
Auch liege nun das Marineschiff "USS Fort Lauderdale" vor der venezolanischen Küste - was weitere Rettungsflüge rund um die besonders schlimm betroffene Küstenstadt La Guaira ermöglichen würde. Die US-Helfer seien somit "in der Lage, Menschen bei Bedarf mit Hubschraubern zu den medizinischen Einrichtungen auf diesem Schiff zu fliegen und es für die Führung, Kontrolle und Logistik sowie für den Lufttransport zu nutzen". Die USA hätten bereits Hilfsgelder in Höhe von rund 150 Millionen Dollar (rund 132 Millionen Euro) freigegeben. In den kommenden Tagen erwarte er die Ankündigung eines "weiteren Hilfspakets in neunstelliger Höhe". Laut dem Beamten ist eine der Start- und Landebahnen durch die Beben "vollständig aufgerissen und unbenutzbar". Das US-Militär werde auch "bei der Koordination der Flüge im Kontrollturm helfen". Der Flughafen ist ihm zufolge angesichts der vielen internationalen Akteure und Hilfsorganisationen "sehr überlastet".
Die Vereinten Nationen schätzen, dass fast sieben Millionen Menschen von den verheerenden Beben betroffen sein könnten. Dies sei nach der Auswertung verfügbarer Daten festgestellt worden, erklärte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Samstag. Allein in Caracas umfassen die Schätzungen zwei Millionen Menschen.