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Tiefsee-Projekt Neptun DeepSlowakei zeigt Interesse an rumänischen Erdgaslieferungen

27.03.2026, 15:17 Uhr
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(Foto: IMAGO/Metodi Popow)

Die Slowakei hat Interesse an Erdgaslieferungen aus dem rumänischen Tiefsee-Projekt Neptun Deep angemeldet.

Die Slowakei hat Interesse an Erdgaslieferungen aus dem rumänischen Tiefsee-Projekt Neptun Deep angemeldet. Vor dem Hintergrund des geplanten Endes russischer Gaslieferungen im kommenden Jahr suche das Land nach Alternativen, sagte der slowakische Ministerpräsident Robert Fico am Freitag bei einem Treffen mit seinem rumänischen Amtskollegen Ilie Bolojan in Bukarest.

"Wir haben unser Interesse bekundet und gesagt, dass die Slowakei anbietet, die bestehende Infrastruktur zu nutzen, falls Rumänien beabsichtigt, dieses Gas außerhalb seines eigenen Staatsgebiets zu exportieren – also nicht nur für den eigenen Verbrauch zu nutzen", erklärte Fico. Man sei an dem Gas auf kommerzieller Basis interessiert.

Neptun Deep im Schwarzen Meer gilt mit geschätzten 100 Milliarden Kubikmetern an förderbarem Gas als eines der bedeutendsten Vorkommen in der Europäischen Union (EU). Das Projekt wird gemeinsam von dem staatlichen rumänischen Gasproduzenten Romgaz und der OMV Petrom betrieben. An letzterer hält der österreichische Energiekonzern OMV die Mehrheit. Das erste Gas soll 2027 gefördert werden.

Nach Angaben eines rumänischen Regierungsvertreters haben im vergangenen Monat auch Deutschland und Ungarn Interesse an dem Gas aus dem Schwarzen Meer signalisiert. Rumänien selbst strebt an, einen möglichst großen Teil der Fördermenge für die eigene Wirtschaft zu nutzen.

Die Slowakei bleibt trotz der Bemühungen der EU, die Energieabhängigkeit von Russland nach dessen Invasion in der Ukraine 2022 zu beenden, weiterhin stark von russischem Öl und Gas abhängig. Im vergangenen Jahr bezog das Land rund ein Drittel seines Gases aus Russland. Die EU plant, die Einfuhr russischen Gases bis Ende 2027 einzustellen. Die Regierung in Bratislava versucht daher, ihre Gasbestände noch aufzustocken, bevor das EU-Verbot in Kraft tritt. 

Quelle: ntv.de, RTS

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