Starker Jobaufbau trotz KriseUS-Unternehmen schaffen im April so viele Arbeitsplätze wie seit über einem Jahr nicht mehr

Der Stellenaufbau der US-Unternehmen ist im April trotz neuer Belastungen durch höhere Ölpreise infolge des Iran-Kriegs so stark ausgefallen wie seit über einem Jahr nicht mehr.
In der Privatwirtschaft kamen insgesamt 109.000 Jobs hinzu, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Unternehmensumfrage des Personaldienstleisters ADP hervorgeht. Das ist der größte Zuwachs seit Januar 2025. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur ein Plus von 99.000 erwartet, nach 61.000 im März.
"Während kleine und große Firmen Personal einstellen, herrscht bei den mittelgroßen Unternehmen Zurückhaltung", sagte ADP-Chefökonomin Nela Richardson. "Konzerne können auf ihre Ressourcen zurückgreifen, und kleine sind besonders wendig. Beides sind entscheidende Vorteile auf dem derzeit komplexen Arbeitsmarkt."
Die Umfragedaten aus der Privatwirtschaft werfen ein Schlaglicht auf die Lage eines wichtigen Teils des US-Jobmarkts. Ein umfassendes Bild liefert der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung, der auch Stellen im öffentlichen Dienst erfasst. Für den am Freitag anstehenden Job-Report erwarten Ökonomen einen Einbruch - ein Stellenplus von nur noch rund 62.000 soll es im April geben, nach einem Zuwachs von 178.000 im März.
Die US-Notenbank Federal Reserve, die Vollbeschäftigung fördern und Preisstabilität sichern soll, hat den Leitzins zuletzt in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent konstant gehalten. Angesichts der Folgen des Iran-Kriegs auf die Wirtschaft und insbesondere auf die Energiepreise gilt eine baldige Zinssenkung als sehr unwahrscheinlich.