Kritik am SchienennetzUnternehmen warnen wegen maroder Bahn-Infrastruktur vor Schäden für Wirtschaftsstandort Deutschland

Wirtschaftsunternehmen und Konkurrenten der Deutschen Bahn haben angesichts des maroden Schienennetzes Alarm geschlagen und befürchten Einschränkungen für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland.
Die aktuellen infrastrukturellen Einschränkungen im Schienennetz führten zu "gravierenden Herausforderungen entlang der gesamten Logistikkette", teilte das Stahlunternehmen Salzgitter aus Niedersachsen der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage mit. Das gelte sowohl für die Lieferung von Rohstoffen an Salzgitter als auch für den Abtransport der gefertigten Produkte.
Die Eisenbahn sei für die Stahlindustrie der zentrale Verkehrsträger. "Die Situation zwingt uns zu aufwendigen Umleitungen und erheblichen Zusatzmaßnahmen, die mit massiven finanziellen Mehrbelastungen einhergehen und inzwischen auch spürbare volkswirtschaftliche Schäden verursachen", teilte Salzgitter mit. Zunächst berichtete die "Süddeutsche Zeitung" über die Beschwerden aus der Wirtschaft.
Der zweitgrößte Stahlhersteller in Deutschland, das Unternehmen Arcelor-Mittal, berichtete der "SZ" von "ersten Produktionskürzungen", weil nicht genug Eisenerz angeliefert worden sei. Ursache war demnach "das anhaltende Baustellenchaos im norddeutschen Schienennetz". Zudem räume die Bahn den Güterzügen zu wenig Priorität ein.
Die Bahn baut derzeit an unzähligen Stellen im Netz, um den weiteren Verfall der maroden Schieneninfrastruktur zu stoppen. Zuletzt ballten sich die Bauarbeiten in Norddeutschland auf wichtigen Strecken: Die Verbindung Hamburg-Berlin ist wegen Verzögerungen bei der sogenannten Generalsanierung noch dicht, auch zwischen Hamburg und Hannover wird gebaut.