EU ermittelt gegen TemuVerdacht auf Regelverstöße bei chinesischer Plattform

Die EU-Kommission nimmt die chinesische Billig-Internetplattform Temu wegen möglicher Regelverstöße ins Visier. "Es besteht der berechtigte Verdacht, dass nicht genug getan wird, um die Verbreitung illegaler Produkte wirklich zu verhindern. Unseriöse Händler tauchen mit verschiedenen Identitäten wieder auf", begründeten die Wettbewerbshüter ihren Schritt am Donnerstag.
Im Rahmen der Untersuchung werde auch die möglicherweise süchtig machende Gestaltung von Temus Plattform geprüft, einschließlich spielähnlicher Belohnungsprogramme. Zudem werfe die Kommission einen Blick auf Kaufempfehlungen für Nutzer.
Temu hat aktuell mehr als 92 Millionen aktive Nutzer monatlich in der EU und fällt damit als sehr große Online-Plattform (VLOP) unter den Digital Services Act DSA, dessen Regelungen unter anderem stärkere Auflagen gegen Produktfälschungen enthalten. Auch Temu-Wettbewerber Amazon sowie Meta oder TikTok fallen unter diese Gruppe. Bei Verstößen gegen die Regeln können gegen die Konzerne Strafen von bis zu sechs Prozent ihres Umsatzes verhängt werden.
"Wir wollen sicherstellen, dass Temu die Vorgaben des DSA einhält", sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Dies gelte insbesondere dafür, dass die auf der Plattform verkauften Produkte den EU-Standards entsprechen und die Verbraucher nicht schädigen. Der chinesische Händler teilte in einer Erklärung mit, dass er die Verpflichtungen unter dem DSA ernst nehme und kontinuierlich in das eigene Compliance-System sowie den Verbraucherschutz investiere.
Online-Anbieter wie Temu und Shein überziehen Europa mit Billigware von Kleidung bis Schmuck. Kritik an den Händlern kommt aus der Politik und von Verbraucherschützern.