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"An Lebenswirklichkeit vorbei"Verdi und Sozialverband enttäuscht über Renten-Vorschläge

21.06.2026, 14:04 Uhr
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(Foto: IMAGO/Hartenfelser)

Der Sozialverband Deutschland und die Gewerkschaft Verdi reagieren enttäuscht auf die Vorschläge der Rentenkommission.

"Eine starke, solidarische gesetzliche Rentenversicherung ist das nicht", sagte die Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands, Michaela Engelmeier. Es sei die Chance vertan worden, alle Beschäftigten in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. "Vor allem der Einstieg in die Kapitaldeckung macht uns Sorge. Denn Erträge aus der Kapitaldeckung an die gesetzliche Rentenversicherung sind nicht kalkulierbar." Dabei müsse gerade die Alterssicherung der Menschen auf einer soliden, kalkulierbaren und sicheren Basis gebaut werden, sagte Engelmeier.

Verdi-Chef Frank Werneke sagte, im Kern gingen die Pläne der Alterssicherungskommission der Bundesregierung an der Lebenswirklichkeit der arbeitenden Menschen vorbei. "Deutlich abzulehnen sind die Vorschläge, das Renteneintrittsalter schrittweise anzuheben." In vielen Berufen seien die körperlichen und psychischen Belastungen so hoch, dass schon ein Renteneintrittsalter von 67 Jahren für viele Menschen unerreichbar sei. "Und auch im Jahre 2031 werden die Arbeitsbedingungen in der Pflege, in der Paketzustellung oder der Abfallwirtschaft in aller Regel nicht so sein, dass ein längeres Arbeiten möglich ist", sagte der Gewerkschaftschef.

Die zentralen Vorschläge der Rentenkommission waren am Samstagabend bekanntgeworden, offiziell vorgestellt werden sollen sie erst am Dienstag. Zu den 30 Vorschlägen zählt etwa ein Anheben des Rentenalters gekoppelt an die Lebenserwartung. Ein Teil der Rentenbeiträge soll künftig am Aktienmarkt angelegt werden. Wegfallen soll den Empfehlungen zufolge der frühere Renteneintritt ohne Abschläge nach 45 Beitragsjahren, bekannt als "Rente mit 63".

Engelmeier und Werneke sehen in den Vorschlägen auch Positives. "Es gibt aber auch ein paar Lichtblicke: neben Selbständigen sollen offenbar auch Abgeordnete in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden. Das ist wichtig für das Vertrauen in das System und auch hilfreich, wenn diejenigen, die politische Entscheidungen treffen, im selben System versichert sind", sagte Engelmeier. Auch Werneke lobte diesen Vorschlag. Er unterstütze auch den Vorstoß, Minijobs - mit Ausnahme für Schülerinnen und Schüler - abzuschaffen. Das sei absolut richtig. "Denn diese Erwerbsform führt heute millionenfach zu vorprogrammierter Altersarmut."

Quelle: ntv.de, dpa

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