UN schlagen AlarmVereinte Nationen warnen vor neuer Menschenrechtskatastrophe im Sudan

Im Bürgerkrieg im Sudan zeichnet sich nach Angaben der Vereinten Nationen eine weitere Menschenrechtskatastrophe ab.
Die Zeichen dafür seien unmissverständlich, sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, am Freitag. Bei einer Sondersitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf forderte er die Weltgemeinschaft zum Handeln auf. Hintergrund ist, dass die RSF-Miliz und ihre Verbündeten im Kampf gegen die Armee in dem nordostafrikanischen Land Berichten zufolge Truppen um die strategisch wichtige sudanesische Stadt Al-Obeid zusammenziehen.
In der Hauptstadt des Bundesstaates Nord-Kordofan sei die Zivilbevölkerung seit 18 Monaten einer belagerungsähnlichen Situation ausgesetzt, erklärte Türk. Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser habe einen kritischen Punkt erreicht. Zudem gebe es anhaltende Drohnenangriffe, während die sudanesische Armee und die RSF um die Kontrolle in der Region kämpfen. Dem UN-Menschenrechtsbüro zufolge wurden zuletzt bei mehreren Drohnenangriffen in Al-Obeid und Umgebung mindestens 45 Zivilisten getötet und 41 verletzt.
Bereits Mitte Juni hatte eine internationale Koalition, der unter anderem Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Kanada angehören, vor bevorstehenden Gräueltaten in Al-Obeid gewarnt. Durch einen erwarteten Großangriff der RSF-Miliz drohten rund 500.000 Zivilisten Opfer von Gewalt zu werden. Der Krieg im Sudan hat fast 14 Millionen Menschen in die Flucht getrieben und zu Hungersnöten geführt. Nach mehr als drei Jahren des Konflikts kontrolliert die sudanesische Armee das Zentrum und den Osten des Landes, während die RSF-Miliz ihre Macht in der westlichen Region Darfur gefestigt hat. Beide Seiten kämpfen um die dazwischen liegende, landwirtschaftlich wichtige Region Kordofan. Die USA und Menschenrechtsorganisationen werfen der RSF-Miliz einen Völkermord an Nicht-Arabern in der Region West-Darfur vor. Die Miliz weist dies zurück.