Keine Kündigungen vorgesehenVersicherer Ergo will in kommenden fünf Jahren rund 1000 Stellen abbauen

Deutschlands zweitgrößter Versicherer Ergo will in den nächsten fünf Jahren nach und nach rund tausend seiner 15.000 Stellen in Deutschland abbauen.
Die Münchener-Rück-Tochter werde dabei natürliche Abgänge, Altersteilzeit und Abfindungen nutzen, wie ein Sprecher am Dienstag in Düsseldorf sagte. Betriebsbedingte Kündigungen seien nach Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi ausgeschlossen. "Freiwilligkeit bleibt das zentrale Prinzip. Niemand geht gegen seinen Willen", sagte Personalvorständin Lena Lindemann dem "Handelsblatt".
Zudem sollen in diesem und im nächsten Jahr rund 500 Mitarbeiter, deren Aufgaben wegen der Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) wegfallen, in einer sogenannten Reskilling Academy umgeschult werden. "Ergo geht damit einen besonderen Weg, der eine Blaupause auch für andere Branchen sein könnte", sagte Lindemann der Nachrichtenagentur Reuters.
Der Stellenabbau bei Ergo ist Teil eines Sparprogramms, mit dem der weltweit zweitgrößte Rückversicherer Münchener Rück bis 2030 rund 600 Millionen Euro sparen will. Für das Rückversicherungsgeschäft hatte der neue Vorstandschef Christoph Jurecka Kündigungen oder Abfindungen bereits ausgeschlossen. Dort werde es reichen, die ohnehin anstehenden Abgänge durch Rente und freiwillige Jobwechsel zu nutzen, hatte er im Januar gesagt.