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"Klischeehaft aufgeladenes Bild"WDR nennt Nachfolgeprogramm von Cosmo doch nicht 1Live Street

03.07.2026, 17:21 Uhr
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Der WDR hatte Anfang Juni die Umbenennung seiner Programme Cosmo und 1Live Diggi sowie deren Neuausrichtung beschlossen.

Rolle rückwärts beim WDR: Der Sender nimmt Abstand vom Namen 1Live Street für das Nachfolgeprogramm von Cosmo. Nach Kritik spricht der Sender von einem Fehler bei der Namenswahl.

Nach Kritik verzichtet der WDR auf den geplanten Namen 1Live Street für das Nachfolgeprogramm seiner interkulturellen Radiowelle Cosmo. Der Titel werde doch nicht verwendet, teilte die Rundfunkanstalt mit und räumte einen Fehler bei der Namenswahl ein. Die Resonanz habe gezeigt, dass 1Live Street als "diskriminierende Reduzierung vielfältiger migrantischer Lebensrealitäten auf ein einziges, klischeehaft aufgeladenes Bild gelesen werden" könne, so der WDR.

Die Idee für den Namen sei ursprünglich bei der Entwicklung des neuen Programms mit dem musikalischen Schwerpunkt Hip-Hop entstanden, erläuterte der Sender. Bei einer Publikumsbefragung sei er gut angekommen. Mehr als ein Drittel der Befragten habe dabei eine internationale Biografie gehabt. "Und trotzdem hätten wir berücksichtigen müssen, dass "Street" und "Straße" gesellschaftlich auch mit Marginalisierung, sozialer Benachteiligung und Ausgrenzung verknüpft werden", erklärte der WDR weiter. "Diesen Kontext und die Realität von Menschen, die von Rassismus betroffen sind, hätten wir mitdenken müssen."

Neuer Name erst im Herbst

Der WDR verwies darauf, dass er sich seit vielen Jahren mit struktureller Benachteiligung, Diskriminierung und gesellschaftlicher Vielfalt auseinandersetze. "Umso mehr bedauern wir diesen Fehler." Ein Schnellschuss soll die Suche nach einem alternativen Namen nun nicht werden. Voraussichtlich im Herbst werde ein neuer Titel feststehen, kündigte der WDR an.

Kritik am Aus für Cosmo

Der Sender hatte Anfang Juni die Umbenennung seiner Programme Cosmo und 1Live Diggi sowie deren Neuausrichtung beschlossen. Cosmo sollte im Frühjahr 2027 zu 1Live Street werden, aus 1Live Diggi das neue Programm 1Live Lounge. Vor allem das Aus für Cosmo in seiner bisherigen Form stieß auf viel Kritik. Eine Online-Petition setzte sich für den Erhalt der Welle ein. Zu den Unterzeichnern gehörten nach Angaben des Bündnisses #SaveCOSMOradio auch Prominente wie Herbert Grönemeyer, Peter Fox, Jan Delay und Fatih Akin.

Kritiker der geplanten Einstellung von Cosmo warnen vor einem Verlust an inhaltlicher Tiefe und kultureller Vielfalt. Der WDR hielt dagegen, dass auch das Nachfolgeprogramm eine kulturell diverse, urban orientierte Zielgruppe ansprechen solle. "Passend zum im WDR-Gesetz festgelegten Auftrag zur Stärkung des interkulturellen Zusammenlebens bleibt kulturelle Vielfalt zentrales Thema des Senders."

Quelle: ntv.de, dpa

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