Inhaftierte fordern FreilassungWegen Explosion auf Krim-Brücke verurteilt

Acht in Russland wegen der Explosion auf der Krim-Brücke 2022 zu lebenslanger Haft verurteilte Männer haben in einem gemeinsamen Brief ihre Freilassung verlangt.
In dem von der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial am Dienstag veröffentlichten Schreiben beteuerten die Inhaftierten ihre Unschuld. Sie seien "ganz normale Menschen", die nichts von den Anschlagsplänen gewusst hätten. Sie seien zu Unrecht zu "einem langsamen Tod in den Betonkäfigen der russischen Gefängnisse" verurteilt worden. Die Männer waren im November schuldig gesprochen worden, als Teil einer "organisierten kriminellen Vereinigung" im Oktober 2022 einen Anschlag mit einer Autobombe auf die Kertsch-Brücke zwischen dem russischen Festland und der Halbinsel Krim verübt zu haben.
Die Bombe löste am 8. Oktober ein riesiges Feuer aus, sieben Tanks eines Güterzuges gerieten in Brand. Die strategisch wichtige Brücke wurde teils schwer beschädigt. Dabei wurden fünf Menschen getötet. Kiew bekannte sich zu dem Angriff, der einige Monate nach dem Beginn der russischen Offensive in der Ukraine stattfand, und erklärte, dieser habe auf eine Behinderung der russischen Logistik abgezielt. Unter den acht Verurteilten waren mehrere am Transport von Baumaterial beteiligt, in dem der für den Anschlag verwendete Sprengstoff versteckt war. Von den Anschlagsplänen hätten sie jedoch nichts gewusst, heißt es in dem Brief weiter: "Wir waren diejenigen, die jeden Tag aufstanden, um ihr Brot zu verdienen, ihre Miete zu bezahlen, ihre Kinder zu küssen. Aber heute sind wir 'Terroristen'."
Während des Prozesses im November 2025 hatte keiner der acht Verurteilten eine Schuld eingestanden. Bei der Urteilsverkündung rief einer von ihnen: "Wir sind unschuldig!". Die Brücke von Kertsch wurde vier Jahre nach der Annexion der Krim durch Russland fertiggestellt und 2018 von Kreml-Chef Wladimir Putin persönlich eingeweiht. Sie ist für Russen und Ukrainer auch von besonderer symbolischer Bedeutung.