Streit um KI-StartupWeitere US-Ministerien beenden Zusammenarbeit mit KI-Entwickler Anthropic

Nach dem Streit des KI-Entwicklers Anthropic mit dem US-Verteidigungsministerium beenden weitere US-Ministerien die Zusammenarbeit mit dem Startup.
"In Übereinstimmung mit der Anweisung des Präsidenten ergreifen wir umgehend Maßnahmen, um unsere Programme vollständig an die Vorgaben anzupassen", teilte das US-Außenministerium am Dienstag auf Anfrage mit. Am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump allen Bundesbehörden die Nutzung von Anthropic-Produkten untersagt. Das auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte US-Softwarehaus aus San Francisco will die Entscheidung vor Gericht anfechten.
Vorangegangen war ein Streit zwischen Anthropic und dem US-Verteidigungsministerium. Das Unternehmen weigert sich, Sicherheitsmechanismen für den militärischen Einsatz seiner KI zu entfernen. Es fordert zudem Garantien, dass seine Produkte nicht für vollständig autonome Waffen oder zur Massenüberwachung im Inland eingesetzt werden. Daher stuft das Ministerium den KI-Entwickler als sogenanntes Lieferkettenrisiko ein. Mit diesem Etikett werden üblicherweise Unternehmen aus gegnerischen Nationen versehen. Für Anthropic bedeutet dies, dass Rüstungsfirmen die Technologie des Startups in Produkten für das US-Militär nicht mehr einsetzen dürfen.
Unmittelbar nach der Trump-Anweisung vom Freitag hatte Anthropic-Rivale OpenAI den Abschluss eines Vertrages mit dem US-Verteidigungsministerium bekannt gegeben. Darin seien umfangreiche Schutzmaßnahmen enthalten. OpenAI-Technologie dürfe nicht zur Massenüberwachung im Inland, zur Steuerung autonomer Waffensysteme oder für automatisierte Entscheidungen mit weitreichenden Folgen eingesetzt werden. Andere KI-Entwickler wie die Alphabet-Tochter Google oder das Startup xAI des umstrittenen Milliardärs Elon Musk haben ebenfalls Verträge mit US-Behörden geschlossen.