Trotz EnergiekriseZahl der Neuansiedlungen ausländischer Unternehmen gestiegen

Trotz explodierender Energiepreise und zunehmendem Fachkräftemangel ist der befürchtete Einbruch ausländischer Investitionen in Deutschland in diesem Jahr ausgeblieben. "Bei der Zahl der Neuansiedlungen sieht es sogar etwas besser aus als 2021", sagte der Geschäftsführer der bundeseigenen Wirtschaftsfördergesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI), Robert Hermann, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. 2021 siedelten insgesamt 1806 ausländische Unternehmen in Deutschland neu an oder haben ihre Standorte ausgebaut - ein Plus von sieben Prozent. "Es entwickelt sich weiter nach oben", sagte Hermann mit Blick auf das zu Ende gehende Jahr. Abschließende Zahlen dazu lägen in einigen Monaten vor.
Auch bei den Anfragen - bei denen Investitionen angebahnt werden - gebe es einen positiven Trend und keinen Knick. "Es gibt keine Zurückhaltung gegenüber dem Standort Deutschland", sagte Hermann angesichts der Debatten um eine drohende Deindustrialisierung durch die als Folge des russischen Kriegs gegen die Ukraine drastisch gestiegenen Energiepreise. Dies zeige sich auch darin, dass ausländische Unternehmen verstärkt in Zukunftstechnologien investierten - etwa in den Bereichen Halbleiter, Batterieproduktion und -recycling. "Hier gibt es viele Unternehmen, die sehr viel Geld investieren wollen." Der US-Chiphersteller Intel etwa gab im Frühjahr bekannt, für 17 Milliarden Euro eine Anlage in Magdeburg bauen zu wollen.