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300 Millionen Menschen betroffenZwei Drittel aller EU-Bürger während der Hitzewelle schädlicher Ozonbelastung ausgesetzt

09.07.2026, 17:20 Uhr
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Mit der Hitze steigen auch die Ozonwerte. (Symbolfoto)

Zwei Drittel der Menschen in der EU könnten während der beispiellosen Hitzewelle im vergangenen Monat einer schädlichen Ozonbelastung ausgesetzt gewesen sein.

Zwei Drittel der Menschen in der EU könnten während der beispiellosen Hitzewelle im vergangenen Monat einer schädlichen Ozonbelastung ausgesetzt gewesen sein. Beinahe 300 Millionen Menschen, darunter 100 Millionen Kinder und ältere Menschen, haben Ende Juni Ozonwerte erfahren, die über der empfohlenen Belastungsgrenze liegen, wie die Nichtregierungsorganisation Global Witness der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag mitteilte.

Das Ausmaß dieser "unsichtbaren Bedrohung" mache deutlich, wie "die Menschen aufgrund unserer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen gezwungen sind, unter sehr gefährlichen Bedingungen zu leben", sagte Flossie Boyd, Kampagnenleiterin bei Global Witness. Bodennahes Ozon unterscheidet sich von der Ozonschicht in der Atmosphäre, welche die Erde vor der Sonnenstrahlung schützt - und sich langsam von den Schäden erholt, die durch Treibhausgase verursacht worden sind. Am Boden ist Ozon der Hauptbestandteil von Smog und kann Atemprobleme verursachen, das Lungengewebe schädigen, Asthmaanfälle auslösen und zu anderen Gesundheitsproblemen führen.

Bodennahes Ozon entsteht durch komplexe chemische Reaktionen aus Stickstoffoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen. Hohe Temperaturen und starke Sonneneinstrahlung begünstigen die Entstehung. Der EU ist es in den vergangenen Jahrzehnten gelungen, die Stickstoffdioxidwerte zu reduzieren. Allerdings ist laut dem Bericht Methan für ein Drittel der Ozonbildung verantwortlich. Für die Reduzierung der Methanemissionen in der Landwirtschaft gibt es keine Vorgaben in der EU.

Für den Bericht wurden unter anderem die Daten von 162 Luftqualitätsmessstationen in Europa ausgewertet. Zwei Drittel der Messstationen verzeichneten Temperaturen, die zu den höchsten aller im Juni gemessenen Werte seit 2013 gehörten, hieß es in dem Bericht. Der Ozon-Rekordwert lag bei 233,7 Mikrogramm pro Kubikmeter und wurde am 27. Juni im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen gemessen. Laut der Europäischen Umweltagentur wurden allein im Jahr 2023 mehr als 63.000 Todesfälle sowie Ernteschäden in Höhe von mehreren Milliarden Euro auf die Ozonbelastung zurückgeführt.

Quelle: ntv.de

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