Wirtschaft

"Einige Wolken vor uns" Airbus-Chef warnt vor Brexit und Strafzöllen

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Airbus-Chef Faurywarnt vor den Folgen des Handelskriegs zwischen den USA und China.

(Foto: picture alliance/dpa)

In einem Zeitungsinterview äußert sich Airbus-Chef Faury besorgt über drohende Strafzölle und die Konsequenzen des Handelskriegs zwischen China und den USA. Der Franzose sieht schwierige Zeiten auf die Luftfahrtbranche zukommen.

Der neue Airbus-Chef Guillaume Faury warnt vor den Auswirkungen des Handelskriegs auf die Luftfahrt. "Wir haben einige Wolken vor uns", sagte der seit April amtierende Franzose in einem Gespräch mit "Welt". Dazu zählten die Konsequenzen aus einem ungeregelten Brexit und dem Handelskrieg zwischen den USA und China. Sorge bereiteten aber vor allem kurzfristig drohende US-Zölle auf Airbus-Flugzeuge als Folge des Streits vor der Welthandelsorganisation WTO.

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"Wir befinden uns in einer Situation, in der sich Dinge sehr schnell ändern können", so Faury. Seit 15 Jahren streiten Europa und die USA über die Zulässigkeit von Staatshilfen für ihre Flugzeughersteller. In der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump steht nun der erste WTO-Schlichtungsspruch an. Die US-Seite hat bereits Sonderzölle von bis zu 100 Prozent in Aussicht gestellt. Nach dem WTO-Schlichtungsspruch wird die endgültige Strafzollliste der USA erwartet. Es wird davon ausgegangen, dass die WTO den Umfang der Zölle am 30. September verkündet.

Nach Faurys Aussage droht ein Szenario, bei dem hohe Zölle den Kauf von Airbus- Flugzeugen belasten könnten. Nach Informationen der Europa-Ausgabe des Online-Portals "Politico" entschied die Welthandelsorganisation zugunsten der USA. Damit könnten Zölle von bis zu zehn Milliarden Dollar verhängt werden. Allerdings gibt es als Antwort der Europäer auch ein Verfahren bei der WTO gegen die USA. Hier wird eine Entscheidung mit sechs bis neun Monaten Verzögerung erwartet.

Mit Blick auf die Auslieferungen sagte Faury: "Es ist jetzt unwahrscheinlich, dass es sich erheblich auf 2019 auswirken wird. Störungen können wir aber nicht vollkommen ausschließen." Ein drohendes Szenario wären Zölle für Airbus-Flugzeuge und die Abnahmeverweigerung durch Airlines, weil Neubeschaffungen dann unwirtschaftlich würden, sagte Faury weiter. "Ein schlimmes Szenario wären Zölle, die für einen bestimmten Zeitpunkt für Airbus-Flugzeuge angewendet werden, bevor sich die EU revanchiert", sagte der Airbus-Chef. Vermutlich würden die EU-Revanchen höher ausfallen.

Warnung vor Brexit-Folgen

Wie sein Vorgänger Thomas Enders warnte auch Faury vor den längerfristigen Brexit-Folgen, nachdem Airbus die Tragflächen nahezu aller Modelle aus Großbritannien bezieht. Kurzfristig könnten keine Werke verlagert werden, aber Investitionen für die nächsten Programme "könnten auf eine andere Weise erfolgen, wenn der Ort für Geschäfte in Großbritannien nicht mehr der richtige ist".

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström rechnet wegen des Streits um Subventionen für Airbus bald mit US-Zöllen auf EU-Produkte. Da Trump Deals gerne habe, habe man ihm angeboten, auf dem Verhandlungsweg eine Lösung zu finden, sagte Malmström. "Bisher haben die USA leider nicht gesagt, dass sie bereit sind zu verhandeln, zumindest nicht, bis sie ihre Zölle eingeführt haben, was sie wahrscheinlich bald tun werden."

Airbus will Auslieferungen 2020 und 2021 nicht erhöhen

Wie der Airbus-Chef weiter in dem "Welt"-Interview mitteilt, will der Flugzeugbauer seine Flugzeugauslieferungen in den kommenden zwei Jahren nicht weiter steigern. Airbus werde 2020 und 2021 zahlenmäßig eine Pause einlegen, weil die Komplexität der Produktion durch neue Modelle zunehme, sagte Faury der "Welt". In diesem Jahr seien 880 bis 890 Auslieferungen das Ziel, sagte Faury.

Erreicht Airbus sein Auslieferungsziel, könnte der Konzern erstmals seit Jahren mehr Flugzeuge an die Kundschaft bringen als Erzrivale Boeing und den US-Konzern somit als Branchenführer überholen. Boeing ist wegen seiner Unglücksjets 737 Max in einer schweren Krise. Der Airbus-Chef erklärte, der Konzern habe wegen der Boeing-Krise keine Vorteile. Airbus sei bis 2024 mit der Produktion ausgebucht, sagte Faury.

Quelle: n-tv.de, ibu/rts/dpa

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