Wirtschaft

Satte Preisnachlässe Airbus verrät Rabatthöhe

116941440.jpg

Der Riesenflieger ist in Wirklichkeit nur halb so teuer: Trotz der Rabatte von 50 Prozent konnte Airbus die A380 nicht mehr im Programm halten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Branchenkenner wissen längst Bescheid, aber nun ist es amtlich: Der Flugzeugbauer Airbus gewährt bei Neubestellungen satte Rabatte auf den Listenpreis. Neue Vorschriften bei der Rechnungslegung verraten die wahren Preise.

Airbus hat mit einem Hinweis auf die Höhe der Preisnachlässe für seine Kunden ein offenes Branchengeheimnis unfreiwillig bestätigt. Flugzeuge werden im Schnitt mit rund 50 Prozent Rabatt auf den Listenpreis verkauft, wie aus der Jahresbilanz des europäischen Flugzeugherstellers hervorgeht. Ablesen lässt sich das aus Zahlen zum Auftragsbestand, den der Boeing-Rivale nach neuen Rechnungslegungsvorschriften anders bewerten muss als bisher.

Während früher Listenpreise zugrunde gelegt wurden, muss Airbus den Wert der Aufträge nun auf der Basis von Marktpreisen angeben. Für 2018 steht der Auftragsbestand nach Marktpreisen mit 460 Milliarden Euro in der Bilanz.

Das ist halb so viel wie ein Jahr zuvor, als sich die Aufträge nach Listenpreisen auf 997 Milliarden Euro summierten. Weil sich Neubestellungen und Auslieferungen seitdem in etwa die Waage hielten, sind beide Zahlen Branchenexperten zufolge grob vergleichbar.

Das weltgrößte Passagierflugzeug, der A380, steht beispielsweise mit 446 Millionen Dollar in der Airbus-Preisliste, die nach den Branchengepflogenheiten in der US-Währung geführt wird. Doch trotz der offensichtlich hohen Rabatte ist die Nachfrage nach dem Riesenflieger mit seinen 544 Sitzplätzen so gering, dass Airbus ihn aus dem Programm nimmt.

Quelle: n-tv.de, mau/rts