Wirtschaft

Konkurrenz zu ChatGPTAmazon pumpt fünf Milliarden Dollar in Claude

21.04.2026, 03:22 Uhr
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Anthropic wird auf Amazons Chips zurückgreifen, um seine KI-Modelle zu trainieren. (Foto: IMAGO/Rüdiger Wölk)

Mit Claude will Anthropic dem großen Rivalen OpenAI Konkurrenz machen. Nun kommt frisches Geld von Amazon. Derweil soll ein neues Modell des KI-Entwicklers zu mächtig für die Öffentlichkeit sein.

Amazon vertieft mit einer weiteren Milliarden-Investition die Allianz mit dem OpenAI-Rivalen Anthropic. In einem ersten Schritt wird Amazon fünf Milliarden Dollar (4,2 Milliarden Euro) in den Entwickler des KI-Chatbots Claude stecken, in weiteren Schritten könnten es bis zu 20 Milliarden Dollar mehr werden.

Zugleich wird Anthropic auf Amazons Chips mit dem Namen Trainium zurückgreifen, um seine KI-Modelle zu trainieren. Insgesamt will der Claude-Entwickler in den kommenden zehn Jahren mehr als 100 Milliarden Dollar für Halbleiter und Rechenleistung von Amazon ausgeben. Der weltgrößte Online-Händler ist mit seiner Tochterfirma AWS der weltgrößte Anbieter von Cloud-Diensten. Zuvor war Amazon bereits ein führender Geldgeber von Anthropic mit Investitionen von insgesamt acht Milliarden Dollar.

Anthropic, ein Rivale des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, stand in den vergangenen Monaten immer wieder in den Schlagzeilen. Die Firma riskierte einen Konflikt mit der US-Regierung, da sie trotz massiven Drucks darauf bestand, dass ihre KI-Modelle nicht in autonomen Waffensystemen und zur Massenüberwachung in den USA verwendet werden dürfen. Das Pentagon erklärte Anthropic daraufhin zu einem Lieferketten-Risiko, was den Einsatz von Software des Unternehmens in Regierungsbehörden schwer beeinträchtigen kann. Die Firma klagt dagegen.

Zuletzt demonstrierte Anthropic aber, wie wichtig Technologie des Unternehmens für die US-Regierung ist. Ein neues Anthropic-Modell mit dem Namen Claude Mythos Preview findet zum Teil seit Jahrzehnten unentdeckt gebliebene Schwachstellen in verschiedener Software. In den falschen Händen wäre es damit eine gefährliche Cyberwaffe - und könnte zugleich der US-Regierung einen Vorteil geben, eigene Programme zu härten und potenzielle Schwachstellen für Spionage im Ausland auszunutzen. Anthropic hat keine Pläne, Mythos Preview öffentlich zu machen.

Quelle: ntv.de

Künstliche IntelligenzAmazonChatbotsAnthropic