Wirtschaft

Quartal begeistert Wall Street Amazon schickt Aktie auf Höhenflug

Der Händler Amazon macht im EU-Wettbewerbsverfahren mehrere Zugeständnisse.

Der Händler Amazon macht im EU-Wettbewerbsverfahren mehrere Zugeständnisse.

(Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dp)

Steigende Preise und die Sorge vor einer Rezession können dem weltgrößten Online-Händler noch nichts anhaben. Amazon steigert seinen Umsatz und lässt beim Betriebsgewinn weitaus weniger Federn als erwartet. An der Börse kommt das gut an.

Amazon hat seinen Umsatz im zweiten Quartal trotz hoher Inflation und Rezessionssorgen deutlich gesteigert. Die Erlöse legten im Jahresvergleich um 7 Prozent auf 121,2 Milliarden Dollar (119 Milliarden Euro) zu, wie der Konzern nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Betriebsgewinn sank zwar von 7,7 Milliarden auf 3,3 Milliarden Dollar, übertraf jedoch die Erwartungen der Experten. Die Amazon-Aktie legte nachbörslich zunächst 13 Prozent zu.

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Unterm Strich verbuchte Amazon einen Nettoverlust von 2,0 Milliarden Dollar. Der Grund war aber, dass eine Beteiligung am Elektroautobauer Rivian um 3,9 Milliarden Dollar abgewertet wurde. Ohne Sonderposten betrug der Gewinn je Aktie 0,18 Dollar und übertraf damit die Prognose von 0,13 Dollar. Im wichtigen Cloud-Geschäft (AWS) lag der Umsatz im zweiten Quartal bei 19,7 Milliarden Dollar nach 14,8 Milliarden im Vorjahreszeitraum.

Konzernchef Andy Jassy erklärte, ungeachtet der Teuerung bei Treibstoff, Energie und Transportkosten seien Fortschritte bei gewissen Kosten erzielt worden. So sei insbesondere die Produktivität im Lager- und Liefernetzwerk verbessert worden. Dennoch nahmen die Betriebsausgaben gegenüber dem Vorjahreswert um rund 12 Prozent auf 117,9 Milliarden Dollar zu.

Inflation nagt an Kaufkraft

Finanzchef Brian Olsavsky sprach von einem sehr starken Geschäft im Juni. Dabei seien die Kosten im Rahmen der Erwartungen geblieben. Für das laufende Quartal erwartet Amazon Erlöse zwischen 125 Milliarden und 130 Milliarden Dollar, angetrieben etwa von höheren Preisen für sein Prime-Mitgliedsprogramm. Hier erwarten Fachleute 126,4 Milliarden.

Tatsächlich sieht sich die gesamte Einzelhandelsbranche in den USA mit den Folgen der hohen Inflation konfrontiert. So hatte der Rivale Walmart vor einigen Tagen eine Gewinnwarnung herausgegeben. Die Verbraucherpreise in den USA sind zuletzt um 9,1 Prozent gestiegen - der höchste Stand seit Ende 1981. Der starke Preisauftrieb nagt an der Kaufkraft der Bürger, da die Lohnsteigerungen mit der Inflation nicht Schritt halten.

Quelle: ntv.de, chr/mbe/dpa/rts

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