Wirtschaft

Vorwurf in Großbritannien Amazon soll Roboter besser als Angestellte behandeln

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Die Beschäftigten fordern höhere Löhne, da ein Angebot von Amazon von vergangenem Sommer ihrer Darstellung nach lediglich eine Erhöhung von 50 Pence (rund 0,57 Euro) pro Stunde darstellt.

(Foto: REUTERS)

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Zum ersten Mal legen Amazon-Beschäftigte in Großbritannien ihre Arbeit nieder. Die Angestellten fordern vor allem höhere Löhne. Zwei Gewerkschaftler berichten, wie der Konzern versuche, jede Minute in ihrem Abfertigungszentrum zu maximieren.

Amazon-Beschäftigte in Großbritannien haben im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen erstmals gestreikt. Gewerkschaftler werfen dem Konzern im Gespräch mit der Nachrichtenseite der BBC vor, selbst Roboter besser zu behandeln als die eigenen Angestellten. "Wenn wir die Arbeit unterbrechen, wollen sie sofort wissen, warum", sagte Garfield Hilton dem Sender. Sogar ein Toilettengang von einigen Minuten könne Fragen aufwerfen, da er im System registriert werde.

Die Gewerkschaft GMB rief deswegen am Morgen ihre Mitglieder auf, die Arbeit am Abfertigungszentrum in Coventry niederzulegen - weitere Standorte könnten folgen. Die Beschäftigten fordern höhere Löhne, da ein Angebot von Amazon von vergangenem Sommer ihrer Darstellung nach lediglich eine Erhöhung von 50 Pence (rund 0,57 Euro) pro Stunde darstellt.

Den beiden Arbeitern zufolge schreiben ihre Vorgesetzten jede Zeit auf, die nicht mit dem Scannen von Paketen verbracht wird. Es könne jedoch vorkommen, dass auch andere Tätigkeiten anfielen. "Wenn es Probleme mit einer Palette oder Kiste gibt, wird diese Zeit aufgeschrieben", wird Darren Westwood von dem Sender zitiert. Diese Zeit falle dann auch auf das Leerlaufkonto. "Technisch gesehen kann das bis zu 30 Minuten dauern", erklärte er weiter. Die Manager würden sie dann fragen: "'Sie haben heute 34 Minuten Leerlaufzeit gehabt. Was haben Sie gemacht?'"

Beschäftigter: Jede Minute soll maximiert werden

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Die beiden Beschäftigten sagten der BBC, dass einige ihrer Kollegen bis zu 60 Stunden in einer Woche arbeiten würden, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten auszugleichen. Hilton erklärte, dass einige der Beschäftigten auf der Busfahrt zum Abfertigungszentrum einschliefen. Er sagte, Amazon wolle, dass "der Nutzen jeder Minute in dem Gebäude maximiert wird".

Ein Amazon-Sprecher verteidigte auf BBC-Anfrage das System: Es würdige gute Performance und helfe Angestellten, ihre Ziele zu erreichen. In Bezug auf den Streik wies Amazon darauf hin, dass nur ein sehr geringer Teil der Beschäftigten in der Gewerkschaft organisiert und daran beteiligt sei. Konkrete Zahlen gibt es bislang keine.

Quelle: ntv.de, ses

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