Kreis der Zulieferer erweitertApple bandelt offenbar mit Intel an

Apple hat Probleme, die Nachfrage nach seinen Produkten zu befriedigen. Deswegen sieht sich der Konzern nach weiteren Lieferanten um - vor allem bei Chips. Die Wahl ist nun offenbar auf Intel gefallen. Und auch wenn Einzelheiten noch unklar sind, Anleger freuen sich.
Apple erweitert offenbar den Kreis seiner Chip-Zulieferer. Die Insider berichten, hat der Technologiekonzern eine vorläufige Vereinbarung mit dem Chiphersteller Intel getroffen, der künftig einen Teil der Chips für Apple-Geräte herstellen soll. Nach mehr als einem Jahr intensiver Gespräche sei in den vergangenen Monaten ein formeller Vertrag ausgearbeitet worden. Allerdings sei noch offen, für welche Apple-Produkte Intel die Chips liefert. Anleger goutierten die Meldung und schoben die Intel-Aktie weiter an. Am Abend stand ein Plus von fast 15 Prozent auf den Kurstafeln. Damit hat sich der Wert des Papiers allein im laufenden Jahr auf inzwischen fast 110 Euro verdreifacht.
Apple bringt jährlich mehr als 200 Millionen iPhones sowie Millionen von iPads und Mac-Computern an die Kundschaft. Vertreter von Apple und Intel lehnten eine Stellungnahme ab. Bloomberg hatte unlängst berichtet, dass der Konzern Vorgespräche mit Intel und Samsung darüber führe, zentrale Prozessoren für iPhone, iPad und Mac fertigen zu lassen.
Apple entwirft seine wichtigsten Prozessoren selbst und lässt sie bislang fast ausschließlich von TSMC in Taiwan produzieren. Der Konzern steht unter Druck, zusätzliche Chiplieferanten zu finden. In den vergangenen beiden Telefonkonferenzen zu den Quartalszahlen hatte CEO Tim Cook mangelnde Verfügbarkeit fortschrittlicher Chips dafür verantwortlich, dass Apple die Kundennachfrage nach iPhones nicht bedienen könne. Diese Engpässe würden voraussichtlich auch im laufenden Quartal anhalten und mehrere Mac-Modelle betreffen. "Wir gehen davon aus, dass es beim Mac Mini und beim Mac Studio mehrere Monate dauern könnte, bis Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht sind", sagte Cook, der sein Amt zum September abgeben wird.
Die Fertigungskapazitäten von TSMC übertreffen die von Samsung und Intel bei Weitem. Hersteller anderer Chip-Arten, etwa für Arbeitsspeicher und Datenspeicher, stehen in stärkerem Wettbewerb zueinander, was Apple mehrere Bezugsquellen ermöglicht. Apple ist seit langem der wichtigste Kunde von TSMC. Doch die explodierende Nachfrage nach Fertigungskapazitäten durch Nvidia und andere Entwickler von KI-Chips führt dazu, dass Apple nicht mehr über so viel Hebelwirkung verfügt, um die benötigten Vorräte zu sichern. Seit 2006 nutzte Apple von Intel entwickelte CPUs als Hauptprozessoren für seine ihre PCs, wechselte jedoch 2020 zu eigenen, kundenspezifischen CPUs, die auf einer Design-Architektur von Arm Holding basieren.