Wirtschaft

Kaufhausgigant vor Radikalkur Auch Karstadt-Sport-Filialen droht das Aus

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Der Kahlschlag beim Kaufhauskonzern bedeutet einen radikalen Einschnitt für die Innenstädte.

(Foto: imago images/Revierfoto)

Der Kahlschlag beim Kaufhausgiganten Galeria Karstadt Kaufhof geht weiter: Laut einem Zeitungsbericht sollen auch rund 20 der 30 Filialen von Karstadt Sports schließen. Die Reisebüros des Warenhauskonzerns trifft es wohl ebenfalls hart.

Die radikalen Einschnitte beim Warenhausriesen Galeria Karstadt Kaufhof betreffen einem Bericht zufolge auch die Karstadt-Sport-Filialen und die Reisebüros des Konzerns. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtete, stehen rund 20 der 30 Filialen von Karstadt Sports vor dem Aus, betroffen wären rund 1000 Mitarbeiter. Bei der neu gegründeten Konzerntochter Atrys, welche die Reisebüros von Galeria betreibt, sollen demnach 100 der 130 Reisebüros schließen.

Außerdem soll dem Bericht zufolge allein in der Essener Zentrale von Galeria eine dreistellige Zahl an Jobs wegfallen, dort arbeiten derzeit 1600 Menschen. Am Freitag waren Pläne bekanntgeworden, bis zu 80 der derzeit noch gut 170 Filialen des Unternehmens bei der anstehenden Sanierung zu schließen. Das sieht der Entwurf eines Sanierungskonzeptes für den Handelsriesen vor, der nach dpa-Informationen dem Gesamtbetriebsrat und Gläubigervertretern vorgelegt wurde. Ein Sprecher des Konzerns betonte, das Unternehmen wolle Spekulationen nicht kommentieren.

Der Infrastruktur-Experte des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Norbert Portz, sagte der Zeitung "Welt" zu den möglichen Schließungen: "Das wäre ein harter Schlag, zumal wir befürchten, dass es vor allem strukturschwache Kommunen trifft." Er fügte hinzu: "Wir müssen retten, was zu retten ist." Portz appellierte an die Eigentümer der Immobilien, dem angeschlagenen Handelskonzern bei den Mieten entgegenzukommen.

Deutscher Städtetag warnt

Auch der Deutsche Städtetag sieht Überlegungen zur Schließung zahlreicher Standorte des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof mit großer Sorge. "Trotz aller Umwälzungen durch den Internethandel und die Folgen der Coronakrise sind die traditionsreichen Kaufhäuser dieses Handelsunternehmens wichtige Arbeitgeber und Versorgungszentren vor Ort", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy. Sie zögen Menschen in Innenstädte und nutzten damit auch dem Einzelhandel in ihrem Umfeld.

Die Städte seien daran interessiert, die Innenstädte für Bewohner und Besucher attraktiv zu halten und gleichzeitig möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern. "Deshalb müssen möglichst viele Kaufhausstandorte bestehen bleiben - es darf hier nicht zu einem Kahlschlag kommen", betonte Dedy. Wenn Häuser tatsächlich nicht weitergeführt werden könnten, seien rasche Gespräche des Unternehmens mit den Städten über eine künftige Nutzung nötig. Es gehe darum, Strategien zu entwickeln, um negative Auswirkungen abzumildern.

Quelle: ntv.de, ddi/AFP/dpa