Wirtschaft

Einnahmen im Januar eingebrochen Auch der Fiskus leidet unter dem Lockdown

Die Staatskasse nimmt infolge des Lockdowns im Januar deutlich weniger ein als noch im vergangenen Jahr. Das Finanzministerium blickt in seinem Monatsbericht zudem eher finster in die nähere Zukunft: Die Konjunktur dürfte noch eine Weile unter den Maßnahmen leiden.

Die deutschen Steuereinnahmen sind zu Jahresbeginn angesichts der Corona-Beschränkungen wieder deutlich gesunken. Im Januar nahmen sie ohne reine Gemeindesteuern gegenüber dem Vorjahresmonat um 11,1 Prozent ab, wie das Bundesfinanzministerium in seinem Monatsbericht bekannt gab. Das war deutlich stärker als in den drei Vormonaten: Im Dezember 2020 waren sie um 2,1 Prozent gesunken, im November noch um 7,0 Prozent und im Oktober um 8,8 Prozent. Im September hatte der Rückgang 12,8 Prozent betragen.

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Geschlossen wegen Lockdown: Wer nichts einnimmt, zahlt auch keine Steuern.

(Foto: dpa)

Der Bund verbuchte im Januar 12,8 Prozent weniger an Steuereinnahmen und erreichte ein Aufkommen von 16,3 Milliarden Euro. Die Länder nahmen mit 22,9 Milliarden Euro um 10,0 Prozent weniger ein. Insgesamt beliefen sich die Einnahmen auf rund 46,9 Milliarden Euro.

"Die konjunkturellen Auswirkungen der Corona-Krise belasteten weiterhin das Steueraufkommen", erklärte das Finanzministerium. Wie in den vorangegangenen Monaten hätten auch die Auswirkungen sogenannter untergesetzlicher Maßnahmen in Verbindung mit dem Coronavirus wie Stundungen, das Absehen von Vollstreckungsmaßnahmen und eine Herabsetzung der Vorauszahlungen die Steuereinnahmen beeinflusst.

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Die Einnahmen des Bundeshaushalts beliefen sich im Januar laut den Angaben auf rund 17,1 Milliarden Euro und waren damit um 16,3 Prozent niedriger als im Januar des Vorjahres, was insbesondere auf den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie und steuerlichen Hilfsmaßnahmen zu deren Bewältigung beruht habe. Die Ausgaben des Bundeshaushalts lagen mit 54,2 Milliarden Euro um 33,9 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresniveau. Ein Großteil der höheren Ausgaben sei für laufende Zuweisungen an Sozialversicherungen aufgewendet worden.

Zur weiteren Konjunkturentwicklung erklärten die Ökonomen des Ministeriums, die wegen des Pandemieverlaufs fortbestehenden Maßnahmen zur Eindämmung der Virusverbreitung sowie die Stimmungsindikatoren deuteten darauf hin, "dass für die nächsten Wochen insgesamt weiterhin mit einer gebremsten konjunkturellen Entwicklung zu rechnen ist".

Quelle: ntv.de, jog/DJ