Wirtschaft

Hohe Wertschätzung der Firmen Ausland sahnt bei Dax-Dividende ab

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Mehr als die Hälfte der Dividenden-Zahlungen fließt ins Ausland.

(Foto: dpa)

Fast 30 Milliarden Euro schütten die 30 deutschen Dax-Unternehmen in diesem Jahr an ihre Aktionäre aus. Doch nicht einmal die Hälfte der Summe bleibt im Inland. Vor allem Europa kommt in den Genuss.

Die Gewinnausschüttungen der größten deutschen Unternehmen landen auch in diesem Jahr wieder mehrheitlich im Ausland. Von insgesamt 29,2 Milliarden Euro Dividendenzahlungen der Dax-Konzerne gehen 16,8 Milliarden - 57 Prozent - an ausländische Investoren, wie aus einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY) hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahr sei der Anteil um 0,8 Prozentpunkte oder 130 Millionen Euro gestiegen.

Deutsche Aktionäre müssen sich für das Geschäftsjahr 2015 dagegen bei Ausschüttungen in Höhe von 10,1 Milliarden Euro mit gut fünf Prozent weniger als im Vorjahr begnügen - obwohl sie ihr Engagement mit 36,2 Prozent der gehaltenen Unternehmensanteile sogar leicht aufstockten. Durchschnittlich mehr als die Hälfte (55,3 Prozent) der Dax-Aktien lagert aber laut EY in Depots im Ausland; rund acht Prozent der Aktien werden keiner bestimmten Region zugeordnet.

Der hohe Dividendenabfluss ins Ausland sei ein "Zeichen für die hohe Wertschätzung der deutschen Konzerne auf dem Weltmarkt", sagte EY-Analyst Martin Steinbach. Die Beteiligung ausländischer Aktionäre schwankt allerdings unter den 30 Dax-Konzernen stark: Bei fünf Unternehmen lagen den Angaben zufolge mehr als 70 Prozent der Wertpapiere im Ausland, darunter Linde, Adidas und Bayer. Bei der Lufthansa, dem Konzern mit der geringsten Auslandsbeteiligung, seien es hingegen nur rund ein Viertel der Aktien.

Der Großteil der nicht-deutschen Investoren stammt laut EY aus der unmittelbaren Nachbarschaft: Europäische Investoren halten im Schnitt 29 Prozent der Aktien, womit laut EY ihr Anteil gegenüber 2010 um vier Prozentpunkte gestiegen ist. Durchschnittlich 20 Prozent der Wertpapiere sind im Besitz von Anlegern aus Nordamerika - zwei Prozentpunkte mehr als fünf Jahre zuvor.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP