Wirtschaft

Unfaire Bezahlung und Stress Azubis vermissen Gerechtigkeit im Betrieb

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Der Chefs macht's vor, die Auszubildende sieht zu. Bei den Arbeitsbedinungen in Deutschland hoffen die Azubis auf Besserung.

(Foto: imago/Sven Simon)

Nahezu jeder Auszubildende in Deutschland hält Fairness und Gerechtigkeit im Betrieb für wichtig. So richtig zufrieden damit ist aber nicht mal jeder zweite von ihnen. Die Gründe dafür: ein schlechtes Arbeitsklima oder zu viel Stress.

Nur jeder vierte Auszubildende in Deutschland findet, dass es in seinem Betrieb eindeutig fair und gerecht zugeht. Dabei halten mit 99 Prozent fast alle Befragten Fairness und Gerechtigkeit im Betrieb für sehr wichtig, wie aus einer Umfrage im Auftrag der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hervorgeht. Ein Viertel der Befragten vermisst die Werte Fairness und Gerechtigkeit in seinen Betrieben gänzlich. Nur 47 Prozent sehen faire Arbeitsbedingungen umgesetzt. Gründe dafür sind in den Augen der Befragten oft ein schlechtes Arbeitsklima, ungerechte Bezahlung, Stress oder fehlende Führungsqualitäten der Vorgesetzten.

Dabei erwarten 91 Prozent eine Gleichbehandlung bei der Arbeit. "Damit stimmen Azubis zentralen gewerkschaftlichen Werten in hohem Maße zu", sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske. Viele sind mit ihrer Ausbildungssituation im Großen und Ganzen zufrieden. 87 Prozent der Azubis in Betrieben mit Tarifbindung sind sehr zufrieden, dagegen in Betrieben ohne Tarifbindung nur 72 Prozent. Mit einem Tarifvertrag verbinden 60 Prozent der Befragten bessere Arbeitsbedingungen.

Nach Ansicht der Auszubildenden sollen sich Gewerkschaften vor allem für eine bessere Ausbildungsvergütung (50 Prozent) einsetzen, ebenso für bessere Arbeitsbedingungen (25 Prozent), für gute Arbeitszeitregelungen (16 Prozent) oder etwa für eine persönliche Unterstützung bei Problemen in der Ausbildung (5 Prozent). "Das ist ein klarer Auftrag für uns als Gewerkschaft, zusammen mit den jungen Beschäftigten an diesen Themen zu arbei-ten und Azubis als Gewerkschaftsmitglieder zu gewinnen", so Bsirske.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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