Wirtschaft

"Effektiver und effizienter" BASF streicht 3000 Stellen in Deutschland

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BASF baut weltweit Tausende Stellen ab.

(Foto: imago images / Alexander Pohl)

Der Chemiekonzern BASF will schlanker werden. Deshalb sollen in den kommenden eineinhalb Jahren weltweit 6000 Stellen abgebaut werden - die Hälfte davon in Deutschland. Sparen will BASF-Chef Martin Brudermüller vor allem in Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung.

Der Chemiekonzern BASF will bis Ende 2021 weltweit 6000 Stellen abbauen. Das teilte das Dax-Unternehmen in Ludwigshafen mit. Der Abbau resultiere aus schlankeren Strukturen und vereinfachten Prozessen in der Verwaltung, in Serviceeinheiten sowie Unternehmensbereichen. Hinzu komme der Rückbau von zentralen Strukturen.

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Vom dem Stellenabbau sind auch rund 3000 Jobs in Deutschland betroffen. Der überwiegende Teil davon entfalle auf den Standort Ludwigshafen, sagte ein BASF-Sprecher.

BASF werde weiter Bedarf an zusätzlichen Mitarbeitern für Produktion und Digitalisierung haben, "jedoch abhängig von zukünftigen Wachstumsraten", hieß es in einer Mitteilung. Ende 2018 beschäftigte der Konzern weltweit 122.000 Mitarbeiter. Um das Unternehmen wieder profitabler zu machen, setzte das BASF-Management im November 2018 ein neues Sparprogramm auf, das von Ende 2021 an jährlich zwei Milliarden Euro zum operativen Gewinn (Ebitda) beisteuern soll.

Der BASF-Betriebsrat übte Kritik an dem geplanten Stellenabbau. Die Arbeitnehmervertretung könne es nicht nachvollziehen, welche Arbeit wegfallen solle, sagte der Betriebsratschef und stellvertretender BASF-Aufsichtsratschef, Sinischa Horvat, zu Reuters. "Solange das nicht nachgewiesen wird, bestehen wir auf Wiederbesetzung frei werdender Stellen." Von der Höhe des geplanten Stellenabbaus sei der Betriebsrat überrascht. Das Gremium wolle nun mit dem Unternehmen in Verhandlungen für eine Fortführung der bestehenden Standortvereinbarung einsteigen. Diese läuft eigentlich bis Ende Dezember 2020. In Ludwigshafen sind dadurch bis dahin betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.

Teilbereiche werden verkauft

Kosten einsparen will BASF-Chef Martin Brudermüller etwa in der Produktion, Logistik, Forschung und Entwicklung. Außerdem verkauft BASF Teilbereiche. Der BASF-Chef hatte kürzlich erklärt, er erwarte im laufenden Jahr einen Stellenabbau. "Wir werden uns beim Aufbau der neuen Organisation darauf konzentrieren, konsequent Synergien zu heben, Schnittstellen zu reduzieren und mehr Flexibilität und Kreativität zu ermöglichen", erklärte Brudermüller. "Wir werden unsere Organisation weiterentwickeln, um effektiver und effizienter zu arbeiten."

Der sich zuspitzende Handelskonflikt zwischen den USA und China hinterlässt auch bei BASF Spuren. "Wir befinden uns insgesamt in einem schwierigeren Fahrwasser, als wir das im Februar erwartet haben", hatte Finanzchef Hans-Ulrich Engel kürzlich erklärt.

Nach einem Gewinneinbruch 2018 will BASF im laufenden Jahr wieder etwas mehr verdienen. Dabei setzt der Dax-Konzern nach einem zunächst schwachen ersten Halbjahr auf eine Beilegung des Handelsstreits zwischen den beiden größten Volkswirtschaften und eine weltweite konjunkturelle Erholung in der zweiten Jahreshälfte.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/rts

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