Wirtschaft
Sichert Bauunternehmen Aufträge: der BER.
Sichert Bauunternehmen Aufträge: der BER.(Foto: picture alliance / Ralf Hirschbe)
Donnerstag, 23. November 2017

Noch "wesentliche Mängel": BER-Chef hält an Zeitplan für Bauende fest

In Brandenburg grüßt fast täglich ein Murmeltier: die Baustelle des Flughafens BER. Diese hat einem Medienbericht zufolge weiter mit massiven technischen Problemen zu kämpfen. Dennoch will BER-Chef Daldrup an der Fertigstellung bis August 2018 festhalten.

Der neue Hauptstadtflughafen soll trotz weiter bestehender Mängel wie zuletzt geplant Ende August 2018 fertig sein. Wann der BER dann in Betrieb gehen kann, will Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup in drei Wochen verkünden, wie die Flughafengesellschaft bekräftigte. Zugleich bestätigte das Unternehmen, dass es noch "wesentliche Mängel" in Anlagen gebe, die der Tüv geprüft habe. Man kümmere sich intensiv darum, "die Fehler der Vergangenheit aufzuarbeiten und die noch verbleibenden Mängel an den technischen Anlagen konsequent zu beheben".

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Der "Tagesspiegel" hatte von gravierenden Defiziten bei den technischen Systemen berichtet, die den Rahmenterminplan wieder ins Rutschen brächten. Demnach könnte sich die Fertigstellung bis ins Jahr 2021 verschieben. Bislang stand eine Eröffnung im Jahr 2019 oder 2020 im Raum. Lütke Daldrup sagte dazu: "Der im September vorgelegte Rahmenterminplan zur baulichen Fertigstellung bis zum 31. August 2018 ist ambitioniert und wurde bewusst ohne Puffer geplant."

Die Zeitung berief sich in dem Bericht auf einen Lagebericht für Brandenburgs oberste Bauaufsicht sowie einen Statusbericht des Tüv Rheinland. Probleme bereiten demnach "die Entrauchungssteuerung, die Sprinkleranlagen, die Brandmeldeanlage, die elektroakustischen Notwarnsysteme und die Sicherheitsbeleuchtung". Nicht nur die Betriebssicherheit werde angezweifelt, sondern auch die Wirksamkeit.

Verbindlicher Termin nicht vor Dezember

Der Rahmenterminplan für eine Beendigung der Bauarbeiten bis Spätsommer 2017 sei durch die neuen Probleme gefährdet. Daldrup sagte, es bleibe dabei, dass er am 15. Dezember "einen unternehmerisch verantwortlichen Termin zur Inbetriebnahme" vorschlagen werde. Ein Start vor dem Spätsommer 2019 gilt wegen der notwendigen Tests und Abnahmen als ausgeschlossen.

Wegen Planungsfehlern, Baumängeln und Missmanagement wurde der Start des drittgrößten deutschen Flughafens seit dem Baubeginn 2006 schon sechs Mal verschoben. Ursprünglich sollte der Flughafen in Schönefeld im Jahr 2011 in Betrieb gehen. Nach einer ersten Verzögerung war schließlich die Eröffnung im Sommer 2012 kurzfristig geplatzt. Die Kosten für den Bau des Flughafens stiegen dem "Tagesspiegel" zufolge mittlerweile auf 6,6 Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de