Wirtschaft
Bei BMW reagiert man sauer.
Bei BMW reagiert man sauer.(Foto: imago/ZUMA Press)
Freitag, 09. Februar 2018

Seitenhieb gegen Daimler: BMW weitet Einkaufskooperation nicht aus

Bei BMW gibt man sich nachtragend: Weil Daimler gemeinsam mit VW hinsichtlich der Kartellvorwürfe Selbstanzeige erstattet hat, befindet sich der Autobauer unter zusätzlichem Druck. Nun reagieren die Münchner.

Aus Ärger über Daimlers Vorgehen rund um die Kartellvorwürfe will BMW die seit Jahren praktizierte Zusammenarbeit bei der Beschaffung von Teilen nicht mehr ausbauen. "Die bestehende Einkaufskooperation setzen wir selbstverständlich fort, Pläne zu ihrer Ausweitung haben wir aber auf Eis gelegt", sagte Einkaufschef Markus Duesmann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Grund seien die Kartellvorwürfe.

Daimler und Volkswagen hatten sich vorsorglich bei den Behörden selbst angezeigt. BMW geriet so zusätzlich unter Druck. Von einer Razzia der EU-Wettbewerbshüter wurden die Münchner im Herbst kalt erwischt.

Im Sommer hatte der "Spiegel" die Kartellvorwürfe publik gemacht: BMW, Mercedes und VW mit den Töchtern Audi und Porsche sollen sich demnach seit den 1990er Jahren rechtswidrig über Technik, Kosten, Zulieferer, Märkte und Strategien abgestimmt haben. "Preisabsprachen im Sinn eines klassischen Kartells sind nach allem, was wir wissen, nicht Gegenstand der Untersuchungen der Kommission", sagte Duesmann. "Und Gespräche über eine unzulässige Manipulation der Abgasreinigung kann ich ausschließen."

BMW sichert sich Materialien für die Batterieproduktion

Mit Daimler kauft BMW seit 2008 gemeinsam ein - allerdings nur solche Teile, die für die Unterscheidung der Marken nicht relevant sind: Reifen, Sitzgestelle, Kühlmittelpumpen oder Kleinteile wie Kabelbaum-Stecker oder Gurtstraffer. Noch vor einem Jahr hatte Duesmann die Ausweitung der Einkaufskooperation angekündigt.

Wie der Einkaufschef dem Blatt weiter sagte, steht BMW kurz vor dem Abschluss von langfristigen Liefervereinbarungen zu Metallen, die für die Batterieproduktion und damit für die Elektromobilität bedeutsam sind. "Wichtige Vormaterialien wie Lithium und Kobalt kaufen wir für unsere Zulieferer ein. Ziel ist, uns den Materialstrom bis zur Mine zu sichern, und zwar für die kommenden zehn Jahre", sagte Duesmann. "Die Verträge sind unterschriftsreif."

Quelle: n-tv.de