Wirtschaft

Rüge für Leasingspezialisten Bafin deckt Fehler in Grenke-Bilanz auf

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"Der Bescheid markiert für uns vor allem das Ende dieser intensiven Prüfung", sagte Finanzvorstand Sebastian Hirsch laut der Mitteilung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Herbst vergangenen Jahres steht der Leasingspezialist Grenke wegen Vorwürfen von Bilanztricksereien unter Beobachtung. Im 2019er-Abschlussbericht stellt die Bafin jetzt Fehler fest, der Bericht muss korrigiert werden. Auf die Bilanz 2020 hat das nach Verständnis des Unternehmens keine Auswirkung.

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Die Leasingfirma Grenke hat Details zur Sonderprüfung der Finanzaufsicht Bafin veröffentlicht. Die von der Behörde festgestellten Fehler bei der Bilanzierung von Firmenwerten und Franchiseunternehmen seien im Konzernabschluss 2020 aber bereits rückwirkend angepasst worden, erklärte Grenke. Daher ergebe sich aus dem nun offiziell vorgelegten Bericht der Bafin kein weiterer Anpassungsbedarf für den Abschluss 2020 oder frühere Konzernabschlüsse.

Nach dem Verständnis von Grenke sehe auch die Behörde keinen Bedarf dafür. Bei der Bafin war niemand für einen Kommentar zu erreichen. Die Bekanntmachung der Bafin sei das Ende einer intensiven Prüfung, erklärte Grenke-Finanzchef Sebastian Hirsch. "Weil wir alle wesentlichen Themen bereits antizipiert haben, enthält er keine Überraschungen. Für uns ist es gleichwohl ein weiterer wichtiger Schritt hin zur Normalität."

Grenke wurde im Herbst 2020 vom Leerverkäufer Fraser Perring mit massiven Vorwürfen unter anderem zu Betrug, Bilanzfälschung und Geldwäsche überzogen und startete umfassende Sonderprüfungen. Neben selbst beauftragten Wirtschaftsprüfern schaute sich die Bafin die Bilanzen von Grenke genauer an.

Die Behörde habe unter anderem kritisiert, dass Grenke mehrere Tochterfirmen nicht im Konzernabschluss 2019 einbezogen habe und Firmenwerte deshalb um 54,3 Millionen Euro zu hoch ausgewiesen worden seien. Zudem seien Leasingforderungen höher angegeben worden als sie eigentlich zum betreffenden Zeitpunkt waren.

Die Bafin habe Grenke am 22. Juli dazu aufgefordert, die festgestellten Fehler öffentlich zu machen. Grenke erklärte, alle Kritikpunkte bereits in der Bilanz des vergangenen Jahres rückwirkend angepasst zu haben.

Quelle: ntv.de, jki/rts

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