Wirtschaft

950 Milliarden Euro Banken sitzen auf einem Berg fauler Kredite

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Die EZB will die Bankenbilanzen aufgeräumt sehen.

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Nur langsam kommen die europäischen Banken beim Abbau riskanter Kredite voran. Vor allem die EU könnte nach Ansicht der CSU stärker zupacken. Das größte Risiko wohnt derzeit in Italien und Griechenland.

Der seit der Finanzkrise angehäufte Berg fauler Kredite bei den europäischen Banken wird nur langsam kleiner. Der entsprechende Anteil an allen Darlehen in den Bilanzen der Geldhäuser sei im zweiten Quartal 2017 um einen Punkt auf 4,6 Prozent gefallen, teilte die EU-Kommission mit. Trotz dieses unter dem Strich positiven Trends summierten sich die Wackeldarlehen in der gesamten EU auf 950 Milliarden Euro. In den 19 Euro-Länder machten sie 5,4 Prozent des Kreditvolumens aus.

Besonders stark betroffen ist Griechenland: Bei den dortigen Banken ist laut EU-Kommission fast die Hälfte aller Kredite als ausfallgefährdet eingestuft. Bei deutschen und niederländischen Instituten hingegen sind es weniger als drei Prozent. Kredite gelten dann als ausfallgefährdet, wenn ihre Rückzahlung 90 Tage oder länger überfällig ist.

Die in der Finanzbranche als "non performing loans" (NPLs) bezeichneten Kredite sind in vielen Fällen ein Resultat der Finanz- und Weltwirtschaftskrise von 2008/09 und der lang anhaltenden Flaute in vielen vor allem südeuropäischen Staaten. Firmen und Haushalte hatten damals und haben teilweise bis heute massive Probleme, das geliehene Geld zurückzuzahlen. "Wir müssen voranschreiten, um das Niveau der NPLs weiter abzusenken," sagte Vize-Kommissionschef Valdis Dombrovskis in Brüssel. Dazu ist eine Reihe von Maßnahmen geplant, die den Banken helfen soll.

Nach Aussage des CSU-Europaabgeordneten Markus Ferber kommt die Brüsseler Behörde mit ihren Anstrengungen kaum voran. "Die Quote an ausfallgefährdeten Krediten in der EU sinkt zwar, das hat aber nichts mit der Arbeit der Kommission zu tun, sondern allein mit der positiven wirtschaftlichen Entwicklung in der EU."

Gleichzeitig will die Kommission eine Wiederholung der Situation vermeiden. Deshalb plant sie Regeln, damit Banken ausreichend Vorsorge betreiben. Das soll aber nur für neuere Kredite gelten, die später als notleidend eingestuft wurden. Umstritten ist allerdings der Stichtag, ab dem Darlehen als neu eingestuft werden. Zudem liegen die EU-Länder über Kreuz, wie schnell faule Darlehen abgebaut werden sollen.

Italien - dort sitzen die Banken auf dem in absoluten Zahlen größten Berg an faulen Krediten - pocht etwa auf ein langsameres Tempo, Deutschland will hingegen schnelle Fortschritte. Auch die Europäische Zentralbank (EZB), die seit 2014 die größten Banken in der Eurozone direkt beaufsichtigt, drängt die Banken zu mehr Aktivität. Daniele Nouy, die oberste EZB-Bankenaufseherin, traf sich deshalb am Mittwoch in Mailand mit Vertretern des italienischen Bankgewerbes. Wie es von zwei Insidern hieß, hat sich Nouy "unflexibel" gezeigt.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts

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