Wirtschaft

Puffer sind bald aufgebraucht Bausparkassen zehren Notreserven auf

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Sparer mit hochverzinsten Altverträgen würden die Bausparkassen gerne loswerden.

picture alliance / dpa

Die niedrigen Zinsen stellen viele Bausparkassen vor ein Problem: Sie müssen selbst teils noch hohe Renditen zahlen, verdienen an angelegtem Kapital aber fast nichts. Die Lücke stopfen sie mit Geld aus ihren Notreserven. Lange geht das wohl nicht mehr gut.

Wegen der Niedrigzinsen stecken viele Bausparkassen in Schwierigkeiten und greifen deshalb einem Bericht zufolge auf ihre Notreserven zurück. Wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" berichtete, leerten die Bausparkassen ihren Notfallfonds im vergangenen Jahr um die Hälfte. Demnach sank das Finanzpolster 2017 von anfangs 1,34 Milliarden Euro auf 637 Millionen Euro. Sollte sich die Entwicklung fortsetzen, wären die meisten Reserven Ende dieses Jahres aufgebraucht.

Die niedrigen Zinsen stellen viele Bausparkassen vor ein großes Problem: Auf der einen Seite können sie mit dem angelegten Kapital der Bausparer nur noch wenig verdienen, auf der anderen Seite müssen sie aber hohe Zinsen für Altverträge bezahlen. Daher versuchen viele Bausparkassen, diese Verträge zu kündigen - oder die Verluste aus anderen Quellen wie den Notfallrücklagen auszugleichen.

Der Notfallfonds war in den 90er Jahren eigentlich eingerichtet worden, damit die Kunden ihre Darlehen stets schnell ausgezahlt bekommen. Seit 2015 dürfen die Bausparkassen diese Reserven nach einem Beschluss der damaligen Regierung aber auch einsetzen, um Engpässe im laufenden Geschäft abzufedern. Bei einigen Bausparkassen sei der Puffer mittlerweile aufgebraucht, berichtete "Capital".

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Gerhard Schick kritisierte, dass das Geld aus dem Fonds eigentlich den Bausparern zustehe. Er forderte, dass die Eigentümer der Bausparkassen Verluste ausgleichen sollten, statt die Notfallrücklagen aufzulösen. "Bevor die Eigentümer ihren Anteil geleistet haben, ist der Einsatz dieser Gelder der Kunden aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt", erklärte Schick.

Quelle: n-tv.de, mbo/AFP

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