Wirtschaft

Restrukturierung wegen Corona Bei Airbus könnten 10.000 Stellen wegfallen

Die Luftfahrt-Branche leider stark unter der Coronavirus-Pandemie. Der Flugbetrieb liegt weltweit darnieder, Airlines ringen ums Überleben, an den Kauf neuer Flugzeuge ist nicht zu denken. Das bringt Airbus in Bedrängnis, dort sollen nun offenbar zahlreiche Mitarbeiter gehen.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus erwägt Insidern zufolge eine Restrukturierung mit massiven Stellenstreichungen. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, verlautete aus Branchenkreisen. Sollten sich die Pläne bestätigen, dürfte der Boeing-Konkurrent die Gewerkschaften Ende Mai über sein Vorhaben informieren. Derzeit arbeite Airbus an Notfallplänen für eine länger anhaltende Krise in der Luftfahrtbranche wegen der Coronavirus-Pandemie. Airbus wollte sich nicht dazu äußern. Die Zeitung "The Telegraph" hatte berichtet, dass der Flugzeugbauer 10.000 Stellen streichen wolle.

Airbus
Airbus 64,18

Airbus-Chef Guillaume Faury hatte die Belegschaft vor Kurzem bereits auf tief greifende Einschnitte eingestellt. Der Flugbetrieb liegt weltweit darnieder, Fluggesellschaften kämpfen ums Überleben und stellen sich darauf ein, dass die Nachfrage lange Zeit nicht mehr auf das Niveau vor dem Ausbruch der Pandemie steigen wird. Im ersten Quartal fuhr der Flugzeugbauer wegen der Folgen der Pandemie 481 Millionen Euro Verlust ein, nachdem es vor Jahresfrist in den traditionell schwachen ersten drei Monaten zu einem Gewinn von 40 Millionen gereicht hatte.

Zulieferer sollen Kredite bekommen

Zusätzlich sorgt sich Airbus-Vorstand und Präsident des Bundesverbandes der Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), Dirk Hoke, um die Zulieferer. "Wir müssen diese kritische Versorgungskette unterstützen", so Hoke in einer Telekonferenz mit Journalistinnen und Journalisten. Denn wenn diese Firmen die Krise nicht überleben würden, würde die gesamte Luftfahrtbranche zusätzlich leiden.

Wichtig sei es, dass diese Unternehmen Kredite bekommen und Verträge im Bereich Raumfahrt und Verteidigung beschleunigt würden, sagte Hoke. Die Covid-19-Pandemie führe zur größten je gesehenen wirtschaftlichen Krise in der Branche - auch mit Kurzarbeit und anderen Maßnahmen werde man irgendwann an ein Limit kommen. "Die Krise wird noch sehr lange anhalten, bevor wir eine Stabilisierung sehen können." In Deutschland gebe es mehr als 1000 Unternehmen, die eine Verbindung zur Luftfahrtbranche hätten. Auch wenn die Zulieferungen von einigen nur gering seien, seien sie doch relevant. Eine wichtige Maßnahme sei der Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesregierung.

Quelle: ntv.de, ara/rts/dpa