Wirtschaft

"Reifer" und "disziplinierter"?Bezos über Trump: "Hat bei vielen Dingen richtig gelegen"

20.05.2026, 19:51 Uhr
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Bezos ist in der Vergangenheit immer wieder für seine Haltung gegenüber Trump kritisiert worden. (Foto: picture alliance / Photoshot)

Donald Trump ist nicht gerade für seine Besonnenheit bekannt. Doch Amazon-Chef Bezos attestiert dem US-Präsidenten, dass dieser mittlerweile reifer auftrete - und "viele gute Ideen" habe. Die Reaktionen in den sozialen Medien fallen vernichtend aus.

Milliardär und Amazon-Chef Jeff Bezos hat seine Unterstützung für US-Präsident Donald Trump verteidigt. In einem Interview mit CNBC sagte Bezos: "Ich denke, dass er eine reifere, diszipliniertere Version seiner selbst als noch in seiner ersten Amtszeit ist." Mit Verweis auf den Iran-Krieg und die unberechenbare Zoll-Politik der US-Regierung hatte der Interviewer Bezos danach gefragt, ob dieser zu seiner Einschätzung stehe, dass Trump mittlerweile milder geworden sei. Dies hatte Bezos vor Trumps zweitem Amtsantritt behauptet.

"Trump hat viele gute Ideen. Er hat bei vielen Dingen richtig gelegen", sagte der Amazon-Chef. Man müsse dem US-Präsidenten Anerkennung zollen, wo Anerkennung verdient sei. Konkreter wurde Bezos dabei nicht. "Unsere Wirtschaftsführer müssen der Regierung mit Rat zur Seite stehen", betonte Bezos - "unabhängig davon, wer der Präsident ist". Er sei "auf der Seite von Amerika" und habe in der Vergangenheit auch mit den früheren Präsidenten Barack Obama und Joe Biden zusammengearbeitet.

In den sozialen Medien sorgten Bezos Äußerungen für Spott und Entrüstung. Der konservative Jurist und Kolumnist George Conway schrieb etwa: "Man würde denken, dass jemand, der so reich ist, nicht das Bedürfnis verspürt, für Geld zu lügen. Aber da irrt man sich." Eine US-Journalistin kommentierte, sie mache sich "Sorgen über die amerikanischen Milliardäre".

Bezos ist in der Vergangenheit immer wieder für seine Haltung gegenüber Trump kritisiert worden. Anfang des Jahres sorgte der Kahlschlag bei der "Washington Post", deren Besitzer Bezos ist, für Aufregung. Unter Bezos hatte die "Washington Post" bereits im Präsidentschaftswahlkampf 2024 entgegen ihrer Tradition darauf verzichtet, die demokratische Bewerberin Kamala Harris mit einem Leitartikel zu unterstützen.

Der Amazon-Gründer hatte mit zahlreichen anderen Tech-Milliardären auch an Trumps erneuter Amtseinführung teilgenommen. Zudem finanzierte er den Dokumentarfilm "Melania" über die First Lady mit der hohen Summe von 75 Millionen Dollar. Dies löste eine Debatte darüber aus, ob sich Amazon die Gunst Trumps erkaufen wollte.

Quelle: ntv.de, dsc

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