Wirtschaft

Panik am Markt Bitcoin-Kurs bricht ein

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Notenbanker und Experten sprechen immer wieder eher von einem Spekulationsobjekt als einer Währung.

imago/Christian Ohde

Kurz vor den Feiertagen stürzt der Bitcoin weiter ab. Auf unterschiedlichen Handelsplattformen fällt die Digitalwährung unter die Marke von 13.000 Dollar. Der steile Kursanstieg findet damit zumindest vorerst ein abruptes Ende.

Die Kryptowährung Bitcoin kommt vor Weihnachten kräftig unter die Räder. Nachdem ein Bitcoin noch vor wenigen Tagen für mehr als 20.000 Dollar den Besitzer gewechselt hatte, fiel der Wert der Cyberdevise binnen weniger Stunden um mehr als ein Fünftel auf bis zu 12.570 Dollar - das ist der tiefste Wert seit Anfang Dezember.

Timo Emden, Deutschland-Chef des Online-Brokers Daily-FX, sieht kurzfristig ein Ende des jüngsten Kaufrauschs: "Zahlreiche Privatanleger dürften sich in den letzten Tagen die Finger an digitalen Talern verbrannt haben."

Roger Ver alias "Bitcoin Jesus", Chef von Bitcoin.com, warnt davor, dass die Miner bzw. Schürfer auf Bitcoin Cash umsteigen könnten, wenn der kleine Ableger populär genug wird. Anleger sollten deshalb "ihre Bitcoin an einer Börse halten", sagte er CNBC. Setzt eine Massenflucht aus Bitcoin ein, könnte man so seine Coins sofort an der Börse tauschen oder verkaufen. Liegen die Token auf dem Handy oder auf dem Computer, sei es dafür zu spät, so Ver: "Du stehst mit Nichts da, statt mit Wenig."

Ein konkreter Auslöser für den Ausverkauf war zwar nicht zu erkennen. Allerdings hatten seit Anfang der Woche Notenbanker, Politiker und Aufseher mit teils drastischen Worten vor hohen Verlusten bei Spekulationen mit Bitcoin gewarnt, die besonders Privatanleger in den Ruin treiben könnten. Zudem sorgte der Verdacht auf Insiderhandel beim Cyber-Börsenbetreiber Coinbase für Verunsicherung.

Handelsbereich für Kryptowährungen schaffen

Die Handelsplattform stellte ihren Betrieb Mitte der Woche sogar teilweise ein. Überraschend deutliche Worte hatte am Montag der dänische Zentralbankchef Lars Rode gefunden: "Bleiben Sie weg. Das ist tödlich!", hatte er in einem landesweit zu hörenden Interview mit dem Radiosender DR gesagt. Stimmen, die ein Verbot der Cyberwährung oder zumindest enge Grenzen für die Spekulation mit Bitcoin forderten wurden zuletzt immer lauter.

Bundesbank-Chef Jens Weidmann warnte ebenfalls vor Verlusten, steht einem Verbot aber skeptisch gegenüber. Vorläufiger Höhepunkt des Bitcoin-Hype war am Donnerstag die Ankündigung des US-Möbelhändlers Nova LifeStyle, künftig Bitcoin und andere Kryptowährungen regulär als Zahlungsmittel zu akzeptieren.

Die Aktie des Unternehmens katapultierte dies um 38 Prozent in die Höhe. Die Finanzagentur Bloomberg berichtete, dass die US-Investmentbank Goldman Sachs einen eigenen Handelsbereich für Kryptowährungen wie Bitcoin schaffen will. Ein Sprecher des Geldhauses erklärte: "Als Reaktion auf das Kundeninteresse an digitalen Währungen prüfen wir, wie wir dieses am besten bedienen können."

Warten auf neues Hoch

Digitale Währungen haben in diesem Jahr die Fantasie ganz normaler Anleger auch außerhalb der Krypto-Szene beflügelt - weltweit. Die enorme Aufmerksamkeit bei Bitcoins sorgte für riesige Kursgewinne bei zugleich erheblichen Preissschwankungen. Die Bewegungen am Markt stehen in krassem Gegensatz zu dem, was die meisten traditionellen Anlageklassen in diesem Jahr bisher erreicht haben, etwa Aktien und Anleihen, wo die Kursschwankungen allerdings auch relativ gering ausfallen.

Der Bitcoin ist in den vergangenen vier Tagen um mehr als 30 Prozent gefallen, es ist der fünfte Rückgang in dieser Größenordnung in diesem Jahr, sagte Charlie Bilello, Chef des Research bei Pension Partners, einer Investmentberatung aus New York. Bei den vorherigen vier Einbrüchen dauerte es anschließend durchschnittlich 38 Tage, bis der Bitcoin ein neues Hoch erklomm.

Quelle: n-tv.de, jki/rts/DJ

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