Wirtschaft
Das Schürfen von Bitcoins verbraucht viel Energie.
Das Schürfen von Bitcoins verbraucht viel Energie.(Foto: imago/Eibner Europa)
Dienstag, 06. November 2018

Höherer Verbrauch als Dänemark: Bitcoin-Schürfer mit riesigem Energiedurst

Für die Gewinnung der Kryptowährungen Bitcoin wird immer mehr Energie verbraucht. Ein Großteil davon kommt aus Kohlekraftwerken. Forscher schlagen bereits Alarm. Sie fürchten ernsthafte Schäden für die Umwelt.

Angesichts des enormen Energieaufwands beim digitalen Schürfen von Bitcoins warnen Forscher vor den Folgekosten für die Umwelt. Allein in diesem Jahr werde für die Herstellung der Kryptowährung mehr Energie als in ganz Dänemark verbraucht, sagte Max Krause vom Oak Ridge Institute for Science and Education: "Wir haben eine völlig neue Industrie, die pro Jahr mehr Energie konsumiert als viele Länder."

Eine illegale Bitcoin-Farm in China.
Eine illegale Bitcoin-Farm in China.(Foto: imago/VCG)

Laut einer von Forschern um Krause in der Zeitschrift Nature Sustainability veröffentlichten Studie wurden für das sogenannte Mining von Bitcoins allein bis Mitte dieses Jahres 30,1 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht. Zum Vergleich: Dänemark hatte im gesamten Jahr 2015 einen Stromverbrauch von 31,4 Milliarden Kilowattstunden.

Bei Kryptowährungen wie dem Bitcoin werden Buchungsvorgänge verschlüsselt in einer dezentralen Datenbank aneinandegekettet - der sogenannten Blockchain. Dafür ist ein immer größerer Rechenaufwand nötig. An diesen Berechnungen kann sich im Prinzip jeder beteiligen und wird dafür in Bitcoin-Anteilen entlohnt. So entstehen neue "Münzen". Der Prozess wird deshalb als Schürfen bezeichnet.

Bitcoin-Mining findet hauptsächlich in China statt

Schon längst wird dieser stromintensive Prozess allerdings von professionellen Akteuren dominiert. Etwa die Hälfte der Bitcoin-Farmen sitzen der Studie zufolge in China, wo größtenteils Kohlestrom als Energiequelle zum Einsatz kommt.

Für ihre Untersuchung berechneten Krause und sein Mitautor Thabet Tolaymat auch, wie hoch der Energieaufwand in Megajoule ist, um einen Bitcoin zu schürfen. Dieser ist demnach für eine der digitalen Münzen bis zu dreimal größer als für die Gewinnung von Gold, Platin oder Kupfer. Einzig bei der extrem energieintensiven Herstellung von Aluminium fällt die Bilanz noch schlechter aus.

Vor Ethereum, Dash und Ripple gilt Bitcoin als größte und bekannteste Kryptowährung überhaupt. Mehr als 16 Millionen Bitcoin-Münzen sollen sich momentan im Umlauf befinden.

Quelle: n-tv.de