Wirtschaft

1,2 Milliarden für acht Flieger Boeing zieht Kampfjet-Auftrag an Land

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F-15-Kampfjets während einer Flugshow.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Nach den Abstürzen zweier 737-Max-Maschinen und den Gerüchten über die Einstellung der 747-Produktion vermeldet Boeing wieder Positives: Die US-Regierung gibt beim Flugzeugbauer acht Kampfjets in Auftrag und arbeitet daran, die alternde Flotte der Luftwaffe auszutauschen.

Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing hat von der US-Luftwaffe einen Auftrag über knapp 1,2 Milliarden Dollar für den Bau von acht F-15EX-Kampfflugzeugen an Land gezogen. Die ersten beiden Jets, die sich bereits in der Fertigung befänden, würden im kommenden Jahr ausgeliefert, teilte die Luftwaffe mit.

"Das digitale Rückgrat, die offenen Missionssysteme und die großzügige Nutzlastkapazität der F-15EX passen gut zu unserer Vision einer künftigen netzfähigen Kriegsführung", sagte Dr. Will Roper, stellvertretender Sekretär der US-Luftwaffe für Akquisition, Technologie und Logistik.

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Boeing liefert F-15EX an die US-Armee.

(Foto: Boeing)

Die Finanzierung zwölf weiterer Jets seien für den Haushalt 2021 bereits angefragt. Insgesamt sollen über einen Zeitraum von fünf Jahren 76 F-15EX angeschafft werden, um die alternde Flotte der US-Luftwaffe auszutauschen.

Für Boeing ist der Auftrag nach den zwei Abstürzen der 737-Max-Maschinen und den Gerüchten über die Einstellung der 747-Produktion ein wichtiges positives Zeichen. Die Abstürze bedeuteten einen dramatischen Imageschaden und finanzielle Einbußen. Mit den meisten Angehörigen der Opfer des Lion-Air-Absturzes in Indonesien hatte sich der Flugzeugbauer auf Entschädigungen geeinigt. Bei mehr als 90 Prozent der Todesfälle konnten laut Unternehmensangaben mittlerweile Vergleiche erzielt werden.

Kurz nach dem Unglück in Indonesien stürzte eine weitere Boeing 737 Max in Äthiopien ab, dabei kamen 157 Menschen ums Leben. Auch hier ist Boeing mit Klagen konfrontiert. Der US-Konzern steht im Verdacht, die 737 Max überstürzt auf den Markt gebracht und die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Parallel zu den Vergleichsverhandlungen bot Boeing den Angehörigen von Opfern der Flugzeugabstürze in Indonesien und Äthiopien vor rund einem Jahr bereits Mittel aus einem 100 Millionen Dollar schweren Entschädigungsfonds an.

Quelle: ntv.de, mba/rts/AFP