Wirtschaft

Daten für Cambridge Analytica Briten belegen Facebook mit Höchststrafe

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Acht Jahre lang konnte Cambridge Analytica unbemerkt Daten abzapfen.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Über eine Quiz-App greift eine Analysefirma illegal Daten von Millionen Facebook-Nutzern ab. Bei der Aufklärung des Skandals hält sich der US-Konzern dezent zurück. Nun kassiert Facebook die maximal mögliche Geldstrafe. Die Summe wird jedoch kaum wehtun.

Die britische Datenschutzbehörde Information Commissioner's Office (ICO) hat gegen den US-Konzern Facebook wegen des Datenskandal um die Analysefirma Cambridge Analytica die Höchststrafe von 500.000 Pfund (565.000 Euro) verhängt. Der Social-Media-Gigant habe einen "schweren Verstoß" gegen geltendes Recht zugelassen, hieß es zur Begründung. Eine große Zahl an Nutzern sei von dem Datenskandal bei dem Online-Netzwerk betroffen, erklärte das ICO in London.

Das in Großbritannien für solche Fälle vorgesehene maximal mögliche Strafmaß kann Facebook fast aus der Portokasse bezahlen. Zum Vergleich: Im Frühsommer stieg der Umsatz bei Facebook dank des boomenden Geschäfts mit Online-Werbung im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 13,23 Milliarden Dollar (11,31 Milliarden Euro). Der Quartalsgewinn wuchs um 31 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar.

Bei dem Datenskandal hatte der Entwickler einer Umfrage-App vor mehr als vier Jahren Informationen von Facebook-Nutzern unrechtmäßig an die Firma Cambridge Analytica weitergereicht, die später unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump arbeitete. Bei den abgeschöpften Informationen ging es nicht nur um die Daten der rund 300.000 Umfrage-Teilnehmer, sondern auch um die ihrer Facebook-Freunde. Der von Facebook gewährte Daten-Zugriff für App-Entwickler ließ diesen breiten Einzug von Informationen von 2007 bis 2014 zu.

Das ICO bemängelte nun, dass Facebook den App-Entwicklern ohne eine rechtliche Basis Zugang zu den Daten gewährt habe. "Zwischen 2007 und 2014 hat Facebook die personenbezogenen Daten von Nutzern unrechtmäßig verarbeitet, indem es Anwendungsentwicklern ohne hinreichend klare und informierte Zustimmung Zugang zu ihren Daten gewährt hat. Der Zugang wurde auch dann ermöglicht, wenn die Nutzer die App nicht heruntergeladen haben, sondern einfach nur mit Personen befreundet waren, die die App hatten."

Selbst nachdem der Missbrauch der Daten im Dezember 2015 entdeckt worden sei, habe Facebook nicht genug zur Aufklärung der Affäre und den Schutz der Facebook-Mitglieder getan, kritisierte das ICO. Nach den Recherchen des ICO hatte Cambridge Analytica die Daten von über einer Million Menschen in Großbritannien mit der Quiz-App gewinnen können.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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