Wirtschaft

Angst vor finanziellen Folgen Briten legen sich Brexit-Polster zu

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Finanzminister Philip Hammond.

(Foto: AP)

Welche wirtschaftlichen Folgen der EU-Austritt für Großbritannien haben wird, kann die eigene Regierung nur dunkel vorhersagen. Für den Worst-Case legen die Briten bereits mehrere Milliarden Pfund zurück, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

Die britische Regierung bereitet sich mit milliardenschweren Rücklagen auf den EU-Austritt vor. In den kommenden beiden Jahren sollen drei Milliarden Pfund für die Brexit-Vorbereitungen bereitgestellt werden, kündigte Finanzminister Philip Hammond im Parlament an. Das Geld komme zusätzlich in einen Topf, der bereits mit 700 Millionen Pfund gefüllt sei.

Das Wachstum der britischen Wirtschaft droht durch den EU-Austritt und die ungewissen Handelsbeziehungen zu den europäischen Ländern zu stagnieren. Das für Haushaltsfrage zuständige Office for Budget Responsibility senkte wegen der Brexit-Folgen seine Wachstumsprognosen. Für dieses Jahr wurde die Vorhersage von 2,0 auf 1,5 Prozent zurückgenommen, für 2018 von 1,6 auf 1,4 Prozent. Für 2019 und 2020 werden jetzt jeweils 1,3 Prozent angenommen, nach bislang 1,7 und 1,9 Prozent.

Die Austrittsverhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union verlaufen zäh. Mehrere Punkte sind umstritten, darunter die Schlussrechnung, die die Briten bei einem Abschied aus der Staatengemeinschaft Ende März 2019 begleichen sollen. Die Unklarheit über den künftigen Status Großbritanniens in den Handelsbeziehungen zur EU verunsichert die Wirtschaft, hemmt Investitionen und dämpft die Konjunktur. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal mit 0,4 Prozent nur noch halb so stark wie das in Deutschland. Auch das Wachstum der Eurozone fiel mit 0,6 Prozent kräftiger aus.

Die Regierung in London hat bei den in den Verhandlungen strittigen Finanzverpflichtungen Großbritanniens zuletzt ein Entgegenkommen gegenüber der EU signalisiert. Großbritannien sei im Rahmen einer abschließenden Vereinbarung zu einem höheren Finanzangebot bereit. Eine konkrete Summe wurde nicht genannt. Nach britischen Medienberichten könnte die Regierung ihr Angebot auf etwa 40 Milliarden Euro verdoppeln.

Quelle: n-tv.de, mba/rts

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