Wirtschaft

Dramatischer Brief an Johnson Britische Autobauer sehen Existenz bedroht

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Große Autobauer warnen vor den Auswirkungen auf die in dem Sektor übliche "Just-in-time"-Produktion.

(Foto: imago/Winfried Rothermel)

Für die britische Automobilindustrie wäre ein ungeregelter EU-Austritt fatal. Schon jetzt bereiten einige Hersteller die Verlagerung der Fertigung in andere Länder vor. Denn es drohten nicht nur enorme Zollkosten, warnt der britische Automobilverband.

Der britische Automobilverband SMMT hat Premierminister Boris Johnson vor den gravierenden Folgen eines ungeregelten EU-Austritts für die Industrie gewarnt. Die Autobranche sei eng mit Europa verflochten und ein ungeregelter Austritt würde zu enormen Zollkosten und Störungen führen, die die Produktion gefährdeten, schrieb Mike Hawes, der Chef des britischen Verbandes der Autobauer und -händler, in einem Brief an Johnson. Zudem würde dadurch das Vertrauen internationaler Investoren in Großbritannien weiter untergraben.

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Mike Hawes, Geschäftsführer der Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT, Gesellschaft für Motormanufakteure und -verkäufer).

(Foto: picture alliance/dpa)

"Ein No-Deal-Brexit stellt eine existenzielle Bedrohung für unsere Branche dar", hieß es in dem Schreiben. Brexit-Hardliner Johnson hatte unmittelbar nach seiner Amtsübernahme als Premierminister vor zwei Tagen seinen harten Kurs gegenüber der EU bekräftigt und für einen Austritt des Vereinigten Königreichs "ohne Wenn und Aber" plädiert.

Große Autobauer haben wiederholt vor den Auswirkungen auf die in dem Sektor übliche "Just-in-time"-Produktion gewarnt, bei der Teile im Takt der Bänder rechtzeitig geliefert werden müssen. Alle Hersteller haben Notpläne für den ungeregelten EU-Austritt Großbritanniens erarbeitet, einige bereiten die Verlagerung von Fertigung in andere Länder vor. Für die deutsche Autoindustrie ist Großbritannien der wichtigste Exportmarkt innerhalb der EU. Schon vor Johnsons Amtsantritt hat die britische Automobilindustrie vor den Folgen eines No-Deal-Brexits gewarnt.

Quelle: ntv.de, jki/rts