Wirtschaft

Brexit baut hohe Hürden auf Britische Behörde rät Firmen zu EU-Umzug

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Die Logistik ist ein Nadelöhr, bei dem die Auswirkungen des Brexit deutlich werden.

(Foto: dpa)

Seit dem ersten Januar haben britische Firmen es deutlich schwerer, Handel mit der Europäischen Union zu treiben. Das britische "Department of International Trade" schlägt den gebeutelten Unternehmern allerdings eine verblüffend selbstlose Lösung vor.

Britische Unternehmen, die Handel mit dem Festland treiben, werden offenbar von Handelsberatern der Regierung ermutigt, separate Unternehmen innerhalb der EU zu gründen. Damit ließen sich Gebühren, bürokratischer Aufwand und Steuern vermeiden, die mit dem Brexit verbunden sind. Das berichten der britische "Observer" und die Zeitung "Guardian".

Laut den Berichten bekommen britische Kleinunternehmen von Beratern des "Department of International Trade" (DIT) einen einschlägigen Hinweis: Um Grenzfragen und Mehrwertsteuerproblemen zu umgehen, sei es am besten, neue Firmen im EU-Binnenmarkt zu registrieren. Von dort aus könnten Waren viel freier vertrieben werden.

Zwei Chefs britischer Unternehmen erzählten dem "Observer", sie hätten sich auf Anraten von Experten der Behörde entschieden, in den nächsten Wochen neue Unternehmen in der EU zu registrieren. Weitere Unternehmen hätten ebenfalls berichtet, ihnen sei von Regierungsbeamten geraten worden, Betriebe in der EU zu registrieren, sie hätten aber noch keine Entscheidung getroffen. Der "Guardian" bat die Behörde um eine Stellungnahme, bekam aber keine Antwort.

Einer der im Bericht zitierten Unternehmer ist Andrew Moss, der eine Verpackungsfirma mit Sitz in Ely, Cambridgeshire betreibt. Laut "Guardian" will er in den nächsten Wochen ein europäisches Unternehmen in den Niederlanden registrieren. Das bedeute, dass er einige Mitarbeiter in Großbritannien entlassen und einige in den Niederlanden einstellen werde. Bezogen auf die Gespräche mit dem Berater des Ministeriums für internationalen Handel sagte Moss: "Ich habe ihn gefragt, ob ich eine andere Wahl habe. Er antwortete, er sehe keinen anderen Weg. Er sagte, er müsse vorsichtig sein, was er sagt, aber er war sehr deutlich."

Durch die Verlagerung von Betrieben in die EU können die Unternehmen nicht nur grenzüberschreitende Verzögerungen vermeiden, auch in der Logistik machen sie Einsparungen, indem sie Einzelsendungen gebündelt über die EU-Grenze transportieren können. Außerdem entschärfen die Unternehmen damit die für sie und ihre europäischen Kunden schmerzhaften Mehrwertsteuern.

Quelle: ntv.de, lwe