Wirtschaft

Probleme vor dem Brexit Britische Wirtschaft schrumpft unerwartet

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Boris Johnson will notfalls auch ohne Abkommen aus der EU austreten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Damit haben Volkswirte nicht gerechnet: Erstmals seit fast sieben Jahren sinkt das Bruttoinlandsprodukt der Briten. Der Abschwung fällt in eine Zeit, in der Premier Johnson erklärt, er würde auch ohne Abkommen aus der EU austreten.

Vor dem geplanten Brexit kommt die britische Wirtschaft kräftig ins Straucheln. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im Zeitraum von April bis Juni zum Vorquartal überraschend um 0,2 Prozent, wie die Statistikbehörde ONS in London mitteilte. Das BIP lag um 1,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals.

Es war der erste BIP-Rückgang seit Ende 2012. Ökonomen hatten eine Stagnation erwartet, nach 0,5 Prozent Wachstum zu Jahresanfang. Das britische Pfund gab nach der Veröffentlichung der Daten nach. Viele Unternehmen hatten vor dem ursprünglichen Brexit-Datum am 29. März Lagerbestände aufgebaut. Diese wurden dann im zweiten Quartal wieder abgebaut. Dies belastete das Wachstum.

Die Produktion im verarbeitenden Gewerbe ging im zweiten Quartal um 2,3 Prozent zurück. Dies war der stärkste Rückgang seit dem Jahr 2009. Mittlerweile ist mit der Wahl von Boris Johnson zum Premierminister die Wahrscheinlichkeit für einen Brexit ohne Abkommen mit der EU am 31. Oktober gestiegen. Die hohe Unsicherheit dürfte laut Ökonomen vor allem die Investitionen belasten. Eine Mehrheit für einen No-Deal-Brexit ist im Parlament aber fraglich. Johnson will den mit Brüssel ausgehandelten Vertrag noch einmal aufschnüren, was die Europäische Union aber ablehnt.

Großbritannien wollte ursprünglich zum 29. März aus der Europäischen Union austreten. Allerdings konnte sich das britische Parlament nicht auf einen Ausstiegsvertrag mit der EU einigen. Deshalb wurde der Austritt um gut ein halbes Jahr auf Ende Oktober verschoben.

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Quelle: n-tv.de, ibu/rts/dpa/DJ

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