Wirtschaft

Iran wollte 300 Millionen in bar Bundesbank ändert Geschäftsbedingungen

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Die vom Iran gewünschte Bargeldsumme entspricht mindestens 1,5 Millionen Scheinen. Das würde - einschließlich Banderolen - ein Gewicht von 1620 Kilogramm ausmachen - in normalen Koffern transportiert, müssten gut 80 Koffer an Bord geschleppt werden.

(Foto: imago/allOver-MEV)

In einer spektakulären Aktion wollte der Iran 300 Millionen Euro bei der Bundesbank abheben und ausfliegen. Nun ändert die Zentralbank ihre Geschäftsbedingungen und erschwert solche Geschäfte.

Nach dem Streit um eine vom Iran geplante millionenschwere Bargeldabhebung ändert die Bundesbank ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Künftig behält sie sich vor, vom Bargeld-Geschäftspartner Erklärungen und Zusicherungen zum Zweck des beabsichtigten Geschäfts zu verlangen.

Dabei gehe es auch um die Einhaltung von Vorschriften zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, heißt es in den Änderungen, die auf der Bundesbank-Webseite einsehbar sind. Sie könne künftig auch "unter engen Voraussetzungen den Abschluss des Geschäfts verweigern."

Die Bundesbank wollte sich nicht zum Hintergrund der Änderungen äußern. Einem früheren "Bild"-Bericht zufolge will der Iran Guthaben der Europäisch-iranischen Handelsbank (eihbank) in Höhe von rund 300 Millionen Euro bei der Bundesbank abheben und per Flugzeug in den Iran bringen. Damit soll offenbar das Geld angesichts neuer US-Sanktionen vor einem drohenden Einfrieren von Konten gerettet werden.

Unter anderem US-Botschafter Richard Grenell hatte die Bundesregierung aufgefordert, einzugreifen und einen Bargeld-Transfer zu stoppen. Vertreter der USA und auch Israels befürchten, dass das Bargeld an vom Iran unterstützte Terroristen in Syrien und anderen Ländern fließen könnte. Mitte Juli hatte die Regierung offenbar noch nicht entschieden, wie sie mit der Sache umgehen will.

Der Fall ist für die Bundesregierung heikel, denn der Iran machte zuletzt sein Festhalten an dem von den USA aufgekündigten Atomabkommen von Garantien abhängig, seine Geschäfte mit den übrigen westlichen Staaten im vollen Umfang aufrecht erhalten zu können. Auf der anderen Seite droht massiver Ärger mit den USA und Israel, weil sie dem Iran vorwerfen, den Terrorismus im Nahen und Mittleren Osten mit viel Geld zu fördern, zum Beispiel in Syrien und Jemen. In Regierungskreisen wurde gemutmaßt, dass ein politisches Interesse hinter dem Bekanntwerden des 300-Millionen-Plans stecken könnte.

Die Änderungen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bundesbank gelten ab dem 25. August.

Quelle: n-tv.de, mbo/rts/dpa

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